UN-Forum

Schutz für Flüchtlinge

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Gewalt und Kriege haben Millionen Menschen in die Flucht getrieben. Das Globale Forum der UN in Genf bemüht sich um Perspektiven für die Opfer.

Erstmals kommt in Genf am Dienstag und Mittwoch das UN-Forum für die Opfer von Krieg und Gewalt zusammen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Globalen Forum für Flüchtlinge der UN.

Wie viele Menschen sind auf der Flucht?

Niemals seit dem Zweiten Weltkrieg waren mehr Menschen auf der Flucht als heute. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt ihre Zahl auf knapp 71 Millionen. Darunter befinden sich knapp 26 Millionen Kinder, Frauen und Männer, die im völkerrechtlichen Sinn Flüchtlinge sind. Sie mussten aus ihren Heimatländern in ein anderes Land fliehen – etwa von Syrien nach Deutschland. Daneben irren mehr als 41 Millionen Menschen in ihren eigenen Ländern umher, sie werden Binnenflüchtlinge genannt. Als dritte große Gruppe der Menschen auf der Flucht erfasst das UNHCR die 3,5 Millionen Asylsuchenden.

Worum geht es bei dem ersten Flüchtlingsforum der Vereinten Nationen?

Angesichts der Flüchtlingskrise beschlossen mehr als 170 UN-Mitgliedsstaaten bessere Hilfe für die Opfer. Sie verabschiedeten 2018 den Globalen Flüchtlingspakt. Ein zentrales Element der Vereinbarung ist das Flüchtlingsforum, das nun zum ersten Mal stattfindet. Die teilnehmenden Staaten sollen dabei finanzielle Mittel für die Flüchtlingshilfe zur Verfügung stellen. Auch materielle und technische Unterstützung etwa Fahrzeuge, Generatoren oder Unterkünfte sind willkommen. Ferner sollen Länder besonders schwache Flüchtlinge langfristig aufnehmen. Firmen, die auch auf dem Forum vertreten sind, können Ausbildungs- und Arbeitsplätze bereitstellen.

Was sind die drängendsten Probleme?

Kein Geld, kein Schutz, keine Hoffnung. Die meisten Flüchtlinge kommen aus den armen Ländern des Südens, vor allem aus Asien und Afrika. Viele von ihnen flüchten in benachbarte Staaten, in denen die Bevölkerung selbst Not leidet. So gehen UN die davon aus, dass seit 2017 rund 750 000 Menschen der Rohingya-Volksgruppe aus Myanmar sich in Bangladesch in Sicherheit brachten. Die finanziell schwachen Aufnahmestaaten können die Versorgung der Flüchtlinge alleine nicht stemmen. Auch das jährliche Budget des UNHCR von rund acht Milliarden Euro reicht dafür nicht aus. Fehlendes Geld ist ein Grund, weshalb mehr als die Hälfte aller Flüchtlingskinder keine Schuldbildung erhalten.

Daneben können etliche Aufnahmeländer den Flüchtlingen keinen Schutz bieten. So harren Zehntausende Geflohene aus dem Bürgerkriegsland Südsudan in der gewaltgeplagten Demokratischen Republik Kongo aus. Viele Menschen fristen jahrelang ein Dasein als Flüchtling, manche sogar Jahrzehnte. Die ausweglose Situation tötet jede Hoffnung auf ein besseres Leben.

Wer organisiert das Forum, wer kommt?

Das UNHCR und die Schweiz sind die Gastgeber. Deutschland, Äthiopien, Costa Rica, Pakistan und die Türkei beteiligen sich an der Ausrichtung. Außenminister Ignazio Cassis vertritt die Schweiz. Aus Deutschland reist Bundesaußenminister Heiko Maas an. Luxemburg und Österreich entsenden laut UNHCR Botschafter. Die US-Regierung schickt immerhin eine Delegation – die USA gehören dem Flüchtlingspakt nicht an. Als hochrangigster UN-Funktionär erscheint Generalsekretär António Guterres.

Sind auch Flüchtlinge zu dem Forum eingeladen?

Ja. Die Hilfsorganisation Oxfam bemängelt jedoch, dass die Opfer, also diejenigen, um die es geht, schwach vertreten sind. Unter den insgesamt 2700 Teilnehmern finden sich laut Oxfam nur einige Dutzend Flüchtlinge.

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