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Schule und Corona

Schulstart in Hessen unter Corona-Bedingungen sorgt für Ärger – „So kann es nicht weitergehen.“

  • Daniel Seeger
    vonDaniel Seeger
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Nach den Weihnachtsferien hat in Hessen die Schule wieder begonnen. Doch der Schulstart verlief alles andere als reibungslos.

  • In Hessen hat die Schule nach den Weihnachtferien trotz Corona-Pandemie begonnen.
  • Der Schulstart war von Unsicherheiten und Problemen begleitet.
  • Laut Berichten fiel die hessische Online-Lernplattform gleich am ersten Schultag aus.

Frankfurt – Zum Schulstart nach den Weihnachtsferien sollte ein Großteil der hessischen Schüler:innen aus den Jahrgangsstufen 1 bis 6 daheim unterrichtet werden. Für diese Jahrgänge wurde wegen der Corona-Pandemie die Präsenzpflicht vorerst bis zum 31. Januar aufgehoben. Je nach Region lag der Anteil der Kinder, die am Montag trotzdem in die Schule kamen, zwischen 14 und 25 Prozent. Das teilte das Hessische Kultusministerium mit.

Im Vorfeld hatten Lehrerverbände vor einem Chaos gewarnt, weil niemand genau wisse, wie viele Kinder tatsächlich in die Schulen kommen würden. So erschienen in der  Engelbert-Humperdinck-Schule im Frankfurter Westend rund 150 Kinder. Die Gründe, warum Eltern ihre Kinder trotz Corona in die Schule schicken, sind vielfältig. Gegenüber der FR spricht eine Mutter davon, dass sie selbst in Ausbildung sei und online unterrichtet werde. „Das schaffe ich dann nicht, meine Tochter zu betreuen.“ Auch an der Comeniusschule, einer Grundschule im Nordend, sind rund 120 Kinder erschienen. Das macht rund ein Drittel der Gesamtzahl der Schüler:innen aus. Hier seien laut Schulleitung alle Lehrkräfte anwesend gewesen, um eine Betreuung zu gewährleisten.

Schulstart in Hessen trotz Corona: Lernplattform fiel am ersten Schultag aus

Ab Klasse 7 sollen die Schüler:innen – mit Ausnahme der Abschlussklassen – ausschließlich Distanzunterricht erhalten. So verzeichnete die digitale Lernplattform „Schulportal Hessen“ am Montagmorgen einen Höchststand an Zugriffen. Gegen 9 Uhr habe es rund 100.000 gleichzeitige Zugriffe gegeben. Bereits um 7.30 Uhr verzeichnete das „Schulportal Hessen“ einen ersten Ausfall. Das Kultusministerium habe hingegen nur vereinzelte Rückmeldungen über Verzögerungen bei der Anmeldung zur „Rush Hour“ erhalten. Es ist vorgesehen, dass Kinder zu Hause den gleichen Lernstoff erhalten, wie jene, die in Präsenz unterrichtet werden.

Schulstart in Hessen trotz Corona: Gewerkschaften beklagen schlechte Ausstattung und fehlende Konzepte

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach von einem holprigen Schulstart. So zeige der Zusammenbruch des Schulportals beispielhaft, wie schlecht die Ausstattung insgesamt sei, sagte die Vorsitzende Birgit Koch. Ihr Fazit: „So kann es nicht weitergehen.“ Die Aufhebung der Präsenzpflicht wegen der Corona-Pandemie hält die GEW für konzeptionslos. Längst seien nicht alle Schüler:innen mit digitalen Endgeräten ausgestattet und hätten zu Hause gute Bedingungen, um zu lernen.

Ein ebenfalls ernüchterndes Resümee zog Stefan Wesselmann, Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE). Für viele wichtige organisatorische Dinge, wie die Verteilung von Arbeitsmaterialien, sei man auf das Portal angewiesen. „Wer sich heute auf das Schulportal verlassen hat, der war verlassen.“ Sowohl GEW als auch VBE sprechen sich dafür aus, für alle Jahrgänge auf Wechselunterricht zu setzen.

Schwierigkeiten zum Schulstart in Hessen auch für Schüler und Eltern

Auch Eltern klagten über zahlreiche Schwierigkeiten zum Schulstart. Eine Mutter aus Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) berichtet davon, dass die Beschulung ihrer beiden Grundschulkinder nicht einheitlich gehandhabt werde. Während ihr Sohn, der in die vierte Klasse geht, täglich 45 Minuten über eine Videokonferenz mit der Klassenlehrerin in Kontakt stehe, lerne ihre Tochter, die in der Jahrgangsstufe 3 sei, ausschließlich mit Arbeitsblättern. „Sie fühlt sich ziemlich alleingelassen, da gab es am Montagmorgen schon Tränen“, erzählt die Mutter gegenüber der FR.

Eine Betreuung in der Schule ist derzeit nur für Kinder aus den Klassen 1 bis 6 möglich.

Auch in anderen Bundesländern gab es Schwierigkeiten. Ebenfalls ausgefallen war die länderübergreifend genutzte Schulcloud. Angeboten wird diese vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam. Ein Hackerangriff sei für den Ausfall der Schulcloud verantwortlich gewesen, teilte das Institut auf Anfrage mit. Weil nichts funktionierte, wurde mancherorts auf private Anbieter zurückgegriffen. Ein von einer studentischen Initiative entwickeltes Videokonferenz-Tool aus Darmstadt verzeichnete an diesem Tag eine plötzliche Vervielfachung der Nutzerzahlen. (Daniel Seeger)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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