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An der Grenze zu Brasilien war die Lage angespannt.

Venezuela

Schüsse an der Grenze

In Venezuela töten Soldaten Aktivisten zufolge zwei Menschen.

Venezolanische Soldaten haben einer Menschenrechtsorganisation zufolge an der Grenze zu Brasilien zwei Menschen getötet und 15 weitere verletzt. „Eine indigene Frau und ihr Ehemann wurden getötet und mindestens 15 andere Mitglieder der indigenen Pemón-Gemeinde wurden verletzt“, berichtete die Gruppe Kapé Kapé. Die Menschen hätten versucht, die Truppen vom Blockieren humanitärer Hilfe aus Brasilien abzuhalten, hieß es.

Der Zusammenstoß ereignete sich im südöstlichen Bundesstaat Bolívar. Präsident Nicolás Maduro hatte die Schließung des betreffenden Grenzübergangs am Donnerstag angeordnet.

Die humanitäre Hilfe für die Bevölkerung Venezuelas ist zum Spielball im Machtkampf zwischen Staatschef Maduro und Oppositionsführer Guaidó geworden. Maduro will die Lieferungen nicht zulassen. Er bezeichnet sie als Vorwand, unter dem eine militärische US-Invasion vorbereitet werden soll.

An der Grenzbrücke Tienditas zwischen Kolumbien und Venezuela lieferten sich die Gegner und Anhänger von Präsident Maduro indes einen musikalischen Schlagabtausch. Während auf der kolumbianischen Seite zahlreiche Musiker bei dem Benefizkonzert „Venezuela Aid Live“ um Spenden für humanitäre Hilfe warben, forderten regierungstreue Sänger auf der anderen Seite der Grenze: „Hände weg von Venezuela“.

Tausende Menschen jubelten am Freitag nahe der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta bekannten lateinamerikanischen Künstlern wie Luis Fonsi, Juanes, Maluma und Paulina Rubio zu. Mit dem Konzert wollten der britische Milliardär Richard Branson und die venezolanische Opposition um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó zehn Millionen US-Dollar an Spenden für die humanitäre Hilfe für Venezuela einsammeln. Mit weiteren staatlichen Hilfszusagen sollen innerhalb von 60 Tagen bis zu insgesamt 100 Millionen Dollar zusammenkommen.

„Freiheit für alle“

„Menschen sterben jeden Tag in Venezuela, weil Medikamente fehlen. Das ist inakzeptabel“, sagte Branson vor Beginn des Konzerts. „Heute ist ein Tag der Hoffnung. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass sich etwas ändert.“ Den Auftakt zu dem Konzert machte die Sängerin Reymar Perdomo, die in ihrem bei der venezolanischen Diaspora sehr populären Lied „Me fui“ (Ich bin gegangen) erzählt, warum sie ihre Heimat verlassen musste. „Wir wollen Freiheit für alle“, sagte eine Besucherin des Konzerts. „Es lebe Juan Guaidó.“

Auf der venezolanischen Seite hielten Maduros Anhänger dagegen. „Alle Künstler auf der Bühne werden der Welt sagen, dass Venezuela frei und unabhängig ist“, sagte der Regierungsfunktionär Freddy Bernal. In der Ortschaft Pedro María Ureña sollten venezolanische Rock-, Pop-, Reggaeton- und Salsa-Künstler auftreten. An diesem Samstag wollen Tausende freiwillige Helfer die bereits in Cúcuta bereitstehenden Hilfsgüter nach Venezuela schaffen. (afp/dpa)

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