Die Burg Hohenzollern in Bisingen ist der Stammsitz des Fürstengeschlechts. 
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Die Burg Hohenzollern in Bisingen ist der Stammsitz des Fürstengeschlechts.

Die Hohenzollern im Nationalsozialismus

Schreibt das Parlament Geschichte?

  • Jan Sternberg
    vonJan Sternberg
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Anhörung des Kulturausschusses soll Aufklärung über Rolle der Hohenzollern bringen.

Am Mittwoch tauchen die Parlamentarier tief in die deutsche Geschichte ein – es geht um Verantwortung, Schuld und auch um Geld und Preziosen: Experten debattieren in einer Anhörung des Kulturausschusses darüber, ob das frühere Herrscherhaus der Hohenzollern mitschuldig ist am Aufstieg Hitlers und des nationalsozialistischen Regimes. Die Grünen haben die Anhörung gefordert. Sie glauben beweisen zu können, worüber sich Historiker seit Jahren streiten: Dass die Hohenzollern vor dem 30. Januar 1933 erheblich daran beteiligt waren, Hitler an die Macht zu bringen. Wer „dem nationalsozialistischen System erheblichen Vorschub leistet“, hat keinen Anspruch auf Entschädigungen nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz von 1994.

Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg verhandeln seit 2014 über mögliche Rückgaben und Entschädigungen. Mit einer Einigung will der Bund das Risiko eines Klageverfahrens vermeiden. Die Verhandlungen ruhen, nachdem Brandenburg einen Prozess um enteignete Immobilien wieder aufgenommen hat. Im aus Bundessicht schlimmsten Fall müssten Tausende Objekte an die Hohenzollern herausgeben werden, dabei geht es letztlich aber um weniger als 0,1 Prozent des Sammlungsbestandes.

Bei der seit 2015 laufenden gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen Brandenburg und Hohenzollern geht es um Immobilien. Das Land hatte eine Entschädigung auf Basis des Einigungsvertrages abgelehnt. Dagegen klagen die Hohenzollern, es geht um 1,2 Millionen Euro.

Mehrere Experten nominiert

Eine Forderung nach einem „lebenslangen Wohnrecht“ in den Potsdamer Schlössern Cecilienhof oder Lindstedt haben sie fallengelassen. Die Linken und die Grünen schicken die Gutachter Peter Brandt und Stephan Malinowski ins Rennen, beide sehen die Hohenzollern als Ermöglicher Hitlers. Die SPD hat die Potsdamer Historikerin Stefanie Middendorf nominiert und den Chef der Schlösserstiftung, Christoph Vogtherr. AfD und FDP haben keine Experten nominiert. Den Rechten ist der Chemnitzer Adelshistoriker Frank-Lothar Kroll abgesprungen, der ungefragt nominiert wurde. Den Liberalen hat der Verhandlungsführer der Hohenzollern Jürgen Aretz abgesagt – da die FDP-Fraktion in ihre Haltung zu den Preußen-Forderungen gespalten ist, hält sie sich lieber im Hintergrund.

Die CDU schickt zwei Vermögensrechtsanwälte und den Würzburger Historiker Benjamin Hasselhorn in den Ausschuss. Hasselhorn sagte auf Anfrage: „Der Bundestag sollte kein apodiktisches Urteil über die Rolle des Kronprinzen fällen, das dann möglicherweise von einem Gericht anders beantwortet wird. Das Beste wäre, man käme zu einer gütlichen Einigung durch Verhandlungen.“ (mit dpa)

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