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Schottland plant nächsten Schritt auf dem Weg zur Unabhängigkeit

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Von: Daniel Dillmann

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Nicola Sturgeon, Regierungschefin Schottlands, gibt den Kampf um die Unabhängigkeit ihres Landes von Großbritannien nicht auf. (Archivbild)
Nicola Sturgeon, Regierungschefin Schottlands, gibt den Kampf um die Unabhängigkeit ihres Landes von Großbritannien nicht auf. (Archivbild) © ANDY BUCHANAN/AFP

Die Regierung Schottlands will die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich. Regierungschefin Nicola Sturgeon kündigt Beratungen an.

Edinburgh - Die schottische Regierung gibt nicht auf. Nach mehreren Rückschlägen auf dem Weg zur Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich soll nun wieder Bewegung in die Sache kommen. Regierungschefin Nicola Sturgeon kündigte an, die Schottische Nationalpartei (SNP) werde eine Sonderkonferenz abhalten, auf der über die weitere Strategie der Partei beraten werden soll. Das schrieb Sturgeon am Samstag (17.12.2022) auf Twitter.

Die Sonderkonferenz der SNP soll demnach am 19. März 2023 in der schottischen Hauptstadt Edinburgh stattfinden. Laut einem Sprecher der Partei stelle die Konferenz eine Möglichkeit dar, einen „klaren Pfad“ für die Unabhängigkeit zu entwickeln. Das berichtet die britische Zeitung The Independent.

Zustimmung für Unabhängigkeit Schottlands steigt

Die Unabhängigkeitsbewegung in Schottland erlitt zuletzt einen Rückschlag. Das oberste Gericht Großbritanniens fällte im November ein Urteil, nach dem Schottland nicht ohne die Zustimmung aus London eine erneute Volksabstimmung über die Loslösung abhalten darf. Die Pläne für ein erneutes Referendum mussten deshalb auf Eis gelegt werden. Sturgeon hatte zuvor für diesen Fall angekündigt, stattdessen die nächste britische Parlamentswahl als De-facto-Referendum zu betrachten. Laut der schottischen Abgeordneten Kirsten Oswald habe die Entscheidung des englischen Gerichts „neuen Schwung“ in die Bewegung gebracht.

Diese Behauptung wird von aktuellen Umfragen zur Unabhängigkeit von Schottland bestätigt. Demnach würden 49 Prozent der Menschen in Schottland für die Unabhängigkeit ihres Landes stimmen. 45 Prozent sprachen sich gegen die Loslösung aus. Der Rest gab an, sich nicht sicher zu sein. Die Befragung war vom Meinungsforschungsinstitut Redfield & Wilton Ende November durchgeführt worden.

Nicola Sturgeon argumentiert mit dem Brexit für die Unabhängigkeit Schottlands

Nicola Sturgeon engagiert sich seit Jahren für die Unabhängigkeit Schottlands. Die „erste Ministerin“ möchte ihr Land raus dem Vereinigten Königreich und zurück in die Europäische Union führen. 2014 war ihre Partei mit einem Referendum gescheitert. Eine Mehrheit der Schott:innen hatte sich gegen die Unabhängigkeit entschieden. Sturgeon argumentiert nun, die Situation habe sich durch den Brexit grundlegend verändert, so dass eine erneute Abstimmung vonnöten sei. (dil/dpa)

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