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Kandidaten für SPD-Vorsitz - Geywitz und Scholz.

SPD-Vorsitz

Scholz fürs Hirn, Geywitz fürs Herz

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  • Jens Blankennagel
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Klara Geywitz und Olaf Scholz haben die Eckpunkte ihre Kandidatur für den SPD-Vorsitz vorgestellt: Die Aufgaben sind klar verteilt.

Einen Fan hat das Bewerberduo für den SPD-Vorsitz schon einmal: Malermeister Zacharias aus Potsdam habe am Vorabend an ihrem Küchentisch gesessen und gesagt, er finde es super, dass eine einfache Person aus dem Volk nach Berlin gehe. Die einfache Person ist die weithin unbekannte Brandenburgerin Klara Geywitz, neben ihr sitzt am Mittwochmittag in der Bundespressekonferenz das politische Schwergewicht Olaf Scholz. Beide wollen erklären, warum und wie sie zusammen die SPD künftig führen wollen. Eine der Botschaften: Es soll eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe sein.

Damit es daran keinerlei Zweifel gibt, wird beim Auftritt der beiden nichts dem Zufall überlassen. So beginnt etwa Geywitz und nicht Scholz mit der Vorstellung. „Ich darf das für uns beide beantworten“, sagt sie irgendwann auf eine Journalistenfrage – was ihrerseits nicht als Frage, sondern als Ansage an Scholz gemeint ist.

Wie denn die Aufgabenteilung zwischen beiden sein werde, erkundigt sich ein Reporter: Man werde partnerschaftlich zusammenarbeiten und sich dabei ergänzen, schließlich könne Scholz zwar „alle Sachen super gut erklären“, sie hingegen sei in der Lage, „ziemlich viele Sachen ziemlich gut auf den Punkt bringen“. Und: „Ich möchte als Mutter von drei Kindern, die im Leben steht, das repräsentieren, was viel Menschen machen, nämlich jeden Tag hart arbeiten, gucken, dass die Kinder anständige Menschen werden und dass die Familie zusammenhält.“

Die Rollenverteilung ist also klar: Der politisch sehr erfahrene, aber als langweilig und mit seinem 61 Jahren als zu alt geltende Scholz fürs Hirn, die frisch daherkommende 43-Jährige Geywitz fürs (linke) Herz der gebeutelten Sozialdemokraten. Das gilt auch bei den Inhalten. Die Einhaltung der „schwarzen Null“ um jeden Preis, so macht Geywitz klar, ist für sie kein Dogma: „Ich bin durchaus dafür, dass wir eine sehr solide Haushaltspolitik machen. Aber ich habe generell keinen Zahlenfetisch.“

In der Potsdamer Politik heißt es, dass Geywitz eine sehr gute Wahl sei. Sie gilt als Frau, die nicht nur Bescheid weiß über die Brandenburger Politik und die im Bund, sondern auch über die eigentlichen Mechanismen der Macht. „Sie weiß, wie Politik funktioniert“, heißt es. Sie kann Sachverhalte sehr schnell durchdenken und ist zudem eine gute Rednerin. Manche sagen auch: Als einfache Abgeordnete im Landtag wäre sie auf Dauer klar unterfordert gewesen.

Geywitz und Scholz, so wird nach der einstündigen Pressekonferenz durch mehrere Bemerkungen bestätigt, sind für die Fortsetzung der großen Koalition. Klar sagen wollen sie es allerdings nicht, um sich nicht alle Chancen bei der Basis zu nehmen, wo die GroKo hochgradig unbeliebt ist.

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