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Der Schleudersitz

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Viele Verteidigungsminister scheiterten an ihrem Amt. Das Ministerium gilt als schwer zu führen - unter anderem wegen des Spannungsverhältnisses zwischen Transparenz und Geheimhaltung.

Das Verteidigungsministerium gilt als schwer zu führendes Ressort - unter anderem wegen der personellen Größe von Ministerium und Bundeswehr , aber auch wegen des Spannungsverhältnisses zwischen Transparanz und Geheimhaltung im Umgang mit der Truppe und bei Rüstungsgeschäften. Mehrere Ressortchefs mussten in der Vergangenheit bereits zurücktreten.

Theodor Blank (CDU) schied als erster Verteidigungsminister der Bundesrepublik Ende 1956 nach 16 Monaten aus. Er warf entnervtg das Handtuch, weil die neue Armee (Ziel: 500 000 Mann) nicht wie von ihm gewünscht aufgebaut wurde. Blank wurde später Arbeitsminister.

Franz Josef Strauß (CSU) überstand als Ressortchef einen Untersuchungsausschuss zu angeblichen Schmiergeldzahlungen für die Beschaffung des Schützenpanzers HS-30. Der Bundesrechnungshof kritisierte Strauß wegen des Verschleuderns von Milliarden für die Anschaffung des Kampfflugzeugs Starfighter. Im Dezember 1962 stürzte er schließlich über die "Spiegel"-Affäre - die Durchsuchung des Hamburger Nachrichtenmagazins nach einem kritischen Artikel zur Bundeswehr.

Dem bei der Truppe sehr beliebten Sozialdemokraten Georg Leber wurden 1978 Abhöraktionen des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) zum Verhängnis.

Manfred Wörner CDU) bot Anfang 1984 seinen Rücktritt an, nachdem sich die Frühpensionierung von General Günter Kießling wegen angeblicher Homosexualität als haltlos erwiesen hatte. Kießling wurde voll rehabilitiert. Wörner wurde vier Jahre später, im Mai 1988, Nato-Generalsekretär.

Gerhard Stoltenberg (CDU) überstand als Minister die Affäre über die Lieferung von Material der Nationalen Volksarmee (NVA) an Israel mit Hinweis auf Eigenmächtigkeiten von Beamten. Panzerlieferungen an die Türkei trotz gegenteiligen Bundestags-Beschlusses kosteten ihn 1992 sein Amt.

Rudolf Scharping (SPD) wurde heftig kritisiert, als er sich 2001 auf Mallorca mit seiner Lebensgefährtin in einem Pool ablichten ließ, während Bundeswehrsoldaten auf dem Balkan im Einsatz waren. Seinen Hut musste Scharping ein Jahr später nehmen nach Enthüllungen über Honorare eines PR-Beraters. (dpa)

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