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Schiiten fordern islamischen Irak

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Sciri kritisiert US-Besatzung / Erneut Tote bei Gefechten

BAGDAD/KAIRO, 6. August (dpa). Eine wichtige irakische Schiitengruppe hat sich am Mittwoch für die Gründung einer "unabhängigen islamischen demokratischen Republik" ausgesprochen, die aber nicht dem Muster des Nachbarlandes Iran folgen solle. "Wir wollen einen Staat, der keine Verbindung mit irgendeinem anderen Staat der Region hat", zitierten irakische Medien den Präsidenten des Hohen Rates für die Befreiung des Iraks (Sciri), Mahdi el Awadi. Der unter US-Aufsicht gegründete provisorische Regierungsrat sei nur eine "Scheinvertretung, an die wir nicht glauben", betonte er. Awadi verurteilte aber auch die Angriffe auf US-Soldaten. Alle Probleme seien durch Dialog zu lösen.

Der Regierungsrat wiederholte angesichts der Rechtlosigkeit im Lande seine Aufforderung an die US-Verwaltung, ihm die Verantwortung für die Sicherheit zu übertragen. Vor dem Gebäude der Verwaltung fanden sich rund 1000 Angehörige der turkmenischen Minderheit zu einer Demonstration zusammen. Die Turkmenen, die etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, halten den einen für sie reservierten Sitz im provisorischen Regierungsrat für nicht ausreichend.

Die US-Besatzungstruppen erschossen bei Razzien gegen mutmaßliche Anhänger des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein am Mittwoch einen Angreifer und nahmen 18 Verdächtige fest. Augenzeugen berichteten dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira überdies, ein Iraker sei in Bagdad ums Leben gekommen, als er in der Nähe von US-Soldaten einen Sprengsatz habe zünden wollen. Ein dritter Iraker starb, als unter mysteriösen Umständen ein Lastwagen vor einem Chemikalien-Geschäft explodierte.

Nach Angaben jordanischer Zeitungen halten sich inzwischen außer Saddams beiden Töchtern Rana und Raghed auch andere Angehörige führender Mitglieder der entmachteten irakischen Regierung in Jordanien auf, darunter eine Schwester des Ex-Präsidenten sowie Angehörige des früheren Außenpolitikers Tarik Aziz.

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