Seenot

Schiff mit Migranten darf nicht anlegen

Weigerung von Italien.

Italien bleibt bei seinem harten Kurs gegen private Seenotretter. Dem italienischen Rettungsschiff „Mare Jonio“, das am Montag 50 afrikanische Migranten vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot aus Seenot barg, wurde bisher kein Landgang gewährt. Das Schiff des Verbands „Mediterranea“ wartet nun vor der italienischen Insel Lampedusa auf Angabe eines sicheren Hafens. An Bord befinden sich laut Mediterranea auch zwölf Minderjährige. Das Schiff wurde am Morgen von italienischen Zollbeamten kontrolliert.

Italiens Innenminister Matteo Salvini bekräftigte, die Häfen des Landes blieben geschlossen. Lampedusas Bürgermeister Salvatore Martello sagte hingegen, ihm sei nichts von einer Schließung des Hafens bekannt. Die Stadt sei bereit, die Geretteten aufzunehmen. Ministerpräsident Giuseppe Conte sagte, einzelne Fälle dürften

nicht instrumentalisiert werden. Er warb in der Abgeordnetenkammer erneut für eine europäische Lösung.

Die Internationale Organisation für Migration berichtete unterdessen beim Kurznachrichtendienst Twitter von einem neuen Unglück vor der libyschen Küste. Es gebe Tote und wahrscheinlich Vermisste, etwa 15 Menschen hätten wohl überlebt, die genaue Zahlen seien aber noch unklar.

„Mediterranea“ betont auf seiner Webseite, keine Nichtregierungsorganisation zu sein, sondern eine private Aktion. Es gehe um eine Beobachtermission, „um im Respekt internationalen Rechts und des Seerechts zu bezeugen und anzuzeigen“, was auf dem Mittelmeer geschieht. Diesem Recht entsprechend gelte es auch, „wo nötig, Menschenleben zu retten“. Das Schiff „Mare Jonio“ fährt unter italienischer Flagge. (kna/dpa)

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