EU

„Schengen-Raum öffnen“

  • Damir Fras
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Luxemburgs Außenminister will die Wirtschaft beleben.

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn sieht eine schnelle Wiederherstellung der Reisefreiheit im gesamten Schengen-Raum als entscheidend für den Erfolg des Wiederaufbaus in der EU an. „Es muss wieder einen Schengen-Raum geben“, sagte Asselborn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die gesamte Welt sei neidisch, dass in Europa Menschen, Waren, Dienstleistungen und Kapital frei zirkulieren könnten. Das sei auch wichtig, damit der wirtschaftliche Wiederaufbau der EU gelinge. „Ohne Öffnung des Schengen-Raums wird die europäische Wirtschaft nicht wieder stark werden.“

Asselborn kritisierte die inzwischen wieder eingestellten Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Luxemburg als Fehler und „nationalen Reflex“ der Bundesregierung. Nur weil die Außengrenzen der EU geschlossen worden seien, hätte das noch lange keine Kontrollen an den Grenzen im Schengen-Raum nach sich ziehen müssen, sagte der Sozialdemokrat. Im Gegensatz zu Deutschland habe das Großherzogtum Luxemburg seine Grenzen zur Bundesrepublik, zu Frankreich und zu Belgien nicht geschlossen. „Und wir haben trotzdem sehr erfolgreich den Virus bekämpft.“

Die Kontrollen hätten die Verbreitung des Virus nicht aufgehalten, erklärte er. Leidtragende seien pro Tag etwa 50000 Grenzgänger aus Deutschland gewesen, die morgens auf dem Weg zur Arbeit in Luxemburg und abends auf dem Heimweg nach Deutschland kontrolliert worden seien.

Zur Eindämmung der Pandemie hatte Deutschland im März Kontrollen an den Übergängen zu den Nachbarländern eingeführt. Zwei Monate lang waren auch mehr als ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt gewesen – der Verkehr war über überwachte Übergänge gelenkt worden.

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