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Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, zwischen den Parteivorsitzenden Petry und Meuthen.
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Leif-Erik Holm, AfD-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, zwischen den Parteivorsitzenden Petry und Meuthen.

AfD

Zur Schau gestellter Burgfrieden

  • Tobias Peter
    VonTobias Peter
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Die AfD-Chefs Frauke Petry und Jörg Meuthen bekämpfen derzeit lieber die anderen. Hat der Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern die Parteispitze geeint?

Nach Monaten des zermürbenden Führungsstreits in der AfD ist das eine Neuigkeit: Die Parteivorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen geben gemeinsam eine Pressekonferenz. Das Thema – die Analyse des Landtagswahlergebnisses von Mecklenburg-Vorpommern – ermöglicht den beiden, elegant einen Sicherheitsabstand einzuhalten. Denn die Widersacher nehmen den AfD-Spitzenkandidaten aus dem Nordosten, Leif-Erik Holm, in ihre Mitte.

Hat der Wahlerfolg in Mecklenburg-Vorpommern die Parteispitze geeint? „Ich mach mal den Anfang, wenn du einverstanden bist, Frauke“, sagt Meuthen. Das dürfe er gern, erwidert Petry – und lacht, wie als Zeichen, dass sie über solche Kleinigkeiten gar nicht sprechen müssten. „Wenn eine Partei zwei Sprecher hat und das sind sehr unterschiedliche Charaktere, dann ist es völlig normal, dass es auch mal Disput und Dissens in der Sache gibt“, sagt Meuthen. Die AfD sei eben keine Partei der „Duracell-Klatschhäschen“ wie die CDU. „Wir haben uns mal gestritten und wir haben uns wieder zusammengerauft.“ Es gebe eine normale, kollegiale Zusammenarbeit.

Petry blickt die meiste Zeit starr nach vorn, wenn Meuthen spricht. Dann lächelt sie offensiv und sagt: „Dem habe ich gar nichts hinzuzufügen.“ Sie kann vorerst gelassen sein, denn sie hat ihre Position in den vergangenen Wochen festigen können. Mag sie im Bundesvorstand auch weitgehend isoliert sein, ihre Position in der Partei ist momentan zu stark, als dass die Riege um Meuthen und Parteivize Alexander Gauland sie stürzen könnte.

Hinzu kommt Folgendes: Ihr Co-Chef Meuthen ist noch immer in einer schwierigen Lage, weil sich seine Landtagsfraktion in Baden-Württemberg im Streit über den Umgang mit dem Verfasser antisemitischer Schriften, Wolfgang Gedeon, gespalten hat. Viele an der Basis der Partei sehen die Spaltung kritisch. Meuthen hatte angekündigt, die Wiedervereinigung der Fraktion solle bis Mitte August gelingen. Nun muss er kleinlaut zugeben: So einfach ist es nicht, die Gespräche unter Leitung eines Mediators dauern an.

Der jetzt auch öffentlich zur Schau getragene Burgfrieden zwischen Petry und Meuthen entspricht der Linie, auf welche sich der geheim tagende Parteikonvent auf Druck zahlreicher Vertreter aus den Landesverbänden Mitte August verständigt hat. Die Verantwortlichen in der AfD sollen es vermeiden, Wahlerfolge durch interne Schlammschlachten zu gefährden. Am Sonntag sind in Niedersachsen Kommunalwahlen, in zwei Wochen wird in Berlin gewählt. Das mindestens vorläufige Motto lautet also: lieber die anderen als sich selbst untereinander bekämpfen. Meuthen sieht in der AfD sogar schon eine Volkspartei. Und Petry wirft den anderen Parteien „eine fortgesetzte Arroganz der Macht“ vor, da diese die AfD ausgrenzten.

Geht es so harmonisch bis zur Bundestagswahl weiter? Und: Soll Frauke Petry dann die Spitzenkandidatin sein? Sie selbst sagt, das sei eine parteiinterne Angelegenheit und an diesem Tag nicht das Thema. Und Meuthen hält dem fragenden Journalisten entgegen: „Sie erwarten doch nicht ernsthaft eine Antwort auf diese Frage.“

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