+
Holzer auf dem Weg zum Landgericht Augsburg.

Dieter Holzer

Ein Schattenmann vor Gericht

Der Geschäftsmann Dieter Holzer soll bei der Flucht von Ex-Staatssekretär Pfahls geholfen haben.

Jahrelang mussten deutsche Fahnder hilflos mit ansehen, wie sich der ehemalige Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls seiner Verhaftung entzog und die Beamten an der Nase herumführte. Jetzt steht der Lobbyist Dieter Holzer wegen Fluchthilfe vor Gericht.

Der Geschäftsmann muss sich seit Donnerstag wegen uneidlicher Falschaussage und Strafvereitlung vor dem Landgericht Augsburg verantworten. Dem 66-Jährigen wird vorgeworfen, im früheren Verfahren gegen den Politikersohn Max Strauß über eine Zahlung von rund 100000 Euro falsche Angaben gemacht zu haben. Außerdem soll er dem inzwischen rechtskräftig verurteilten CSU-Politiker Pfahls während dessen fünfjähriger Flucht über Mittelsmänner finanziell geholfen haben.

Holzer hat bereits eingeräumt, mit dem früheren CSU-Politiker während dessen Flucht Telefonkontakt gehabt zu haben. Als erster Zeuge wird Pfahls erwartet.

Holzer gilt auch als einer der Strippenzieher in der sogenannten Leuna-Affäre. Beim Verkauf der ostdeutschen Leuna-Tankstellen an den französischen Konzern Elf Aquitaine soll er rund 39 Millionen Euro kassiert haben. Wegen Veruntreuung wurde Holzer in Frankreich zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 1,5 Millionen Euro verurteilt.

Im jetzigen Prozess auf deutschem Boden geht es um eine Überweisung von rund 100000 Euro von einem Schweizer Tarnkonto "Maxwell" auf ein Konto von Holzers Firma. Nach dessen Angaben soll es sich um Geld des nach Kanada geflüchteten Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber gehandelt haben - für dessen Bemühungen, Airbus-Flugzeuge nach China zu verkaufen.

Die Staatsanwaltschaft sagt dagegen, die Überweisung sei von Strauß veranlasst worden, um einem in Geldnot geratenen Münchner CSU-Politiker verdeckt zu helfen. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion