„Sauerland“-Terrorist

USA werfen Deutschland Fluchthilfe vor

Der „Sauerland“-Terrorist wird der Türkei übergeben.

Zwei Tage nach der Abschiebung eines Terroristen aus der „Sauerland-Gruppe“ in die Türkei ist Kritik aus den USA laut geworden. Justizminister Matthew erklärte nach Angaben des „Deutschlandfunks“ vom Donnerstag, man sei zutiefst enttäuscht, dass die deutschen Behörden den türkischen Staatsbürger nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert hätten. Damit habe Deutschland seine vertraglichen Verpflichtungen missachtet und einem Terroristen absichtlich bei der Flucht geholfen.

Der islamistische Terrorist Adem Y. war nach Verbüßung einer elfjährigen Freiheitsstrafe am Dienstagmittag in die Türkei abgeschoben worden. Als Mitglied der sogenannten „Sauerland-Gruppe“ war der 40-Jährige Teil einer Terrorzelle, die mehrere Sprengstoffanschläge vorbereitete. Seine Freiheitsstrafe, zu der ihn das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf verurteilt hatte, hatte Y. bereits im Oktober 2018 vollständig verbüßt.

Bereits vor diesem Termin betrieben die USA wegen eigener Ermittlungen ein Auslieferungsverfahren. Das OLG Frankfurt lehnte eine Auslieferung an die USA aber ab. Adem Y. war bereits aufgrund einer Ausweisungsverfügung aus dem Jahr 2011 ausreisepflichtig. Nachdem das türkische Generalkonsulat in Frankfurt ihm nun ein Passersatzdokument ausstellte, stand der Abschiebung in die Türkei nichts mehr im Weg. (FR/dpa)

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