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Saudi-Arabien greift Musk unter die Arme – und kauft Teile von Twitter

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Von: Moritz Serif

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Auch in Saudi-Arabien erfreut sich der Kurznachrichtendienst Twitter großer Beliebtheit. (Symbolbild)
Auch in Saudi-Arabien erfreut sich der Kurznachrichtendienst Twitter großer Beliebtheit. (Symbolbild) © Amr Nabil/dpa

Ein US-Senator möchte den Twitter-Deal untersuchen lassen. Es gebe eine klare politische Motivation, meint Chris Murphy.

Washington, D.C. – Senator Chris Murphy hat am Montag den Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den USA (CFIUS) gebeten, „potenzielle nationale Sicherheitsbedenken“ zu untersuchen. Diese könnten sich nämlich aus der Beteiligung Saudi-Arabiens und Katars an der Übernahme von Twitter durch Elon Musk ergeben, berichtet Axios.

Saudische Investitionen in Twitter sind nichts Neues. Die Kingdom Holdings von Prinz Alwaleed bin Talal investierte erstmals 2011, noch vor dem Börsengang von Twitter, 300 Millionen US-Dollar für einen Anteil von mehr als drei Prozent. Damals war das CFIUS nicht befugt, Minderheitsbeteiligungen zu prüfen - eine Einschränkung, die Anfang 2020 aufgehoben wurde.

Saudi-Arabien: Musks Twitter-Kauf könnte untersucht werden

Bin Talal behielt seine Position bei, kaufte später sogar noch mehr Anteile und signalisierte im Mai, dass er seinen Anteil in Musks Deal einbringen würde. Diese Zusage wurde gestern in den SEC-Angaben kodifiziert, aus denen hervorgeht, dass das Königreich nun der zweitgrößte Anteilseigner von Twitter ist (wenn auch nur mit einem Anteil von etwa vier Prozent). Katar überträgt ebenfalls bestehende Aktien, die einen kleineren Anteil darstellen.

Saudi-Arabien und Mitglieder seiner erweiterten königlichen Familie investieren außerdem regelmäßig in US-Tech-Unternehmen, sowohl direkt als auch über private Beteiligungs- und Risikokapitalfonds. Aber sie wurden von der CFIUS bislang weitestgehend ignoriert. Insgesamt sechs Geschäfte mit saudischer Beteiligung hatte der Ausschuss untersucht zwischen 2019 und 2021.

Musks Twitter-Kauf: „Die Saudis hätten aussteigen können“

Die CFIUS ist befugt, dem Präsidenten zu empfehlen, Fusionen aus Gründen der nationalen Sicherheit zu blockieren, auch für bereits abgeschlossene Transaktionen. Viele der jüngsten Empfehlungen in diesem Sinne betrafen China.

„Die Saudis hätten aussteigen können, wie die meisten anderen auch. Das wäre das finanziell Vernünftigste gewesen, was sie hätten tun können. Stattdessen haben sie sich mit Musk verbündet ... Es gibt eine klare politische Motivation für ihre Entscheidung, und CFIUS sollte dem auf den Grund gehen“, twitterte Murphy.

Biden will Twitter-Kauf bislang nicht prüfen lassen

Doch selbst, wenn es eine Untersuchung gibt, bedeutet das nicht, dass die CFIUS US-Präsident Joe Biden empfehlen würde, Maßnahmen zu ergreifen. Laut eines Bloomberg-Berichts hatte das Weiße Haus dementiert, dass es Musks Unternehmen, darunter nun auch Twitter, einer Sicherheitsprüfung unterzieht. Kürzlich hatte Musk auch Verschwörungstheorien bei Twitter verbreitet. (mse)

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