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Produktion von Schutzmasken in Taiwan.

Taiwan

Von Sars gelernt

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So hat das Land Taiwan dem Virus erfolgreich den Kampf angesagt.

Obwohl Taiwan nur 160 Kilometer von China entfernt liegt, blieb der Inselstaat fast verschont. Von den 23 Millionen Bewohnern arbeiten mehr als 400.000 Menschen auf dem Festland nebenan. Entgegen allen Befürchtungen hat Taiwan mit rund 40 Infizierten niedrige Fallzahlen. Diese Entwicklung ist einem ausgeklügelten Krisenmanagement zu verdanken, das aus der Sars-Pandemie 2003 resultiert.

Ein Team aus Wissenschaftlern hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie in Taiwan im „Journal of the American Medical Association“ vorgestellt. Bereits zum Jahreswechsel mussten sich demnach in Taiwan Passagiere aus Wuhan am Flughafen auf Fieber und Lungenerkrankungen untersuchen lassen. Kurz darauf wurden Reisende, die in den vergangenen zwei Wochen aus der Krisenregion eingereist waren, auf 26 Viren getestet, darunter Corona. Passagiere mit Fieber und Husten mussten in häusliche Quarantäne. Die Neujahrsferien wurden spontan um zwei Wochen verlängert, um eine weitere Ausbreitung an Schulen zu verhindern. Behörden machten Risikopersonen schnellstmöglich ausfindig.

Für ausländische Einreisende aus China, Hongkong oder Macau wurde eine Einreisesperre verhängt. Behörden bekamen Zugang zur Reisehistorie aller Verdachtsfälle. Personen mit hohem Risiko aufgrund ihres Reiseverhaltens wurden unter häusliche Quarantäne gestellt und mittels Mobiltelefon überwacht – bei Nichtbeachtung der Quarantäne drohen Geldstrafen. Eine Ausgabe von Atemschutzmasken fand frühzeitig nur über die Apotheken statt, zeitgleich sei die Produktion von Masken und Desinfektionsmitteln hochgefahren worden. Auch größere Auswirkungen auf die Wirtschaft wurden bislang nicht verzeichnet.

Auch hierzulande hat das Robert-Koch-Institut bereits laut über „Smartphone-Tracking“ von Infizierten nachgedacht – allerdings um Kontaktpersonen zu identifizieren. Voraussetzung wäre, dass Betroffene ihre Daten freiwillig herausgeben. In Taiwan stießen die staatlichen Maßnahmen auf breite Zustimmung, berichtet der „Tagesspiegel“.

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