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Sahra Wagenknecht, die Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, über den Umgang mit der AfD.

Umgang mit der AfD

Sahra Wagenknecht über die AfD: „Hauch einer Anti-Establishment-Partei“

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Im Interview mit dem RBB spricht Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht über den Umgang mit der AfD.

Sahra Wagenknecht, die Vorsitzende der Links-Fraktion im Bundestag, hat sich im Inforadio Berlin-Brandenburg (RBB) zum Umgang mit der AfD geäußert. Im Zuge der Erfolge in Sachsen und Brandenburg steht die Frage im Raum, inwiefern mit der rechten  Partei zusammengearbeitet werden kann oder nicht. ARD-Recherchen hatten ergeben, dass die CDU in einigen Kommunen mit der AfD kooperiert.

Wagenknecht will nicht mit AfD-Kader zusammenarbeiten

Wagenknecht sprach sich im RBB dagegen aus, mit AfD-Kadern zusammenzuarbeiten. Am Mittwoch äußerte sie im Inforadio rbb: „Das Problem AfD löst man nicht durch Ausgrenzung. (...) In der AfD gibt es natürlich echte Neonazis, die aus diesem Bereich auch kommen. Solche Leute zu legitimieren oder auch zu integrieren, ist ein Problem.“

Um so mehr gelte es, die Ursachen dafür zu beseitigen, dass Menschen von der Politik so enttäuscht seien, dass sie schließlich aus Protest AfD* wählten. Das sei für sie die entscheidende Frage. „Ich finde, dass man mit Nazis, soweit es sich um solche handelt, nicht zusammenarbeiten darf. Mit den Kadern der AfD sollte man nicht zusammenarbeiten. Aber die Wähler der AfD sollte man schon versuchen zu gewinnen.“

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Wagenknecht fordert bezüglich der AfD zu differenzieren 

Wagenknecht forderte, hier deutlich zu differenzieren. Daher müsse auch in Frage gestellt werden dürfen, was die CDU mache, wenn sie mit der AfD kooperiere. „Nur muss man meines Erachtens nicht glauben, dass das der einzige Weg ist, die AfD zu schwächen. Im Gegenteil: Teilweise stärkt man sie auch dadurch.“ 

Nach Ansicht Wagenknechts* würde die AfD das Image pflegen nach dem Motto: Alle anderen sind gegen uns. Dadurch hätte sie auch den „Hauch einer Anti-Establishment-Partei“, obwohl sie in Wahrheit mit ihren ökonomischen Forderungen, beispielsweise der nach mehr Privatisierungen, gar nicht so weit von der CDU entfernt sei. 

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Bezüglich ihrer Zukunft betonte Wagenknecht, sie wolle auch nach ihrem Rückzug als Linken-Faktionschefin in einigen Monaten weiter in der Politik aktiv bleiben: „Viele Entwicklungen im Land machen mir Angst und deswegen will ich auf jeden Fall politisch aktiv bleiben, nur in einer anderen Rolle.“ (ktho)

Derweil könnte ein Treffen mit AfD-Chef Jörg Meuthen, Hans Joachim Mendig, dem Leiter der hessischen Filmförderung zum Verhängnis werden. 150 Unterzeichner einer Erklärung fordern seinen Rücktritt*. 

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