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Angeblich schickte Saddam Hussein eine neue Botschaft aus dem Untergrund. Das Bild zeigt ihn bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 1998.
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Angeblich schickte Saddam Hussein eine neue Botschaft aus dem Untergrund. Das Bild zeigt ihn bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan im Jahr 1998.

Saddam ruft Iraker angeblich zum Widerstand auf

Neue Botschaft wird dem Ex-Diktator zugeschrieben / Augenzeugen berichten von Angriffen auf US-Soldaten

BAGDAD / KAIRO, 1. August (dpa/ap). Jeder, der mit den Besatzungstruppen zusammenarbeite, sei ein Agent und Verräter, hieß es in der Aufzeichnung. Wie schon bei früheren Bändern, die vom US-Geheimdienst als authentisch eingestuft worden waren, glich die Stimme der des Ex-Diktators. In der mehrminütigen Ansprache warf der Sprecher auf dem Band den alliierten Streitkräften vor, die Reichtümer Iraks auszuplündern. Allein die "ausländische Aggression" sei der Grund für die schwierige Lage, in der sich Irak derzeit befinde.

Die Saddam zugeschriebene Stimme nannte als Datum für die Aufzeichnung den 27. Juli. Der frühere Machthaber ist seit seinem Sturz am 9. April auf der Flucht. Die USA suchen jetzt mit digital manipulierten Fotos nach Saddam. Wie der Nachrichtensender CNN am Donnerstagabend berichtete, verteilte das Pentagon sechs verschiedene Bilder an die Truppen in Irak. Sie zeigen, wie Saddam inzwischen aussehen könnte. So sei er auf einem Foto ohne seinen typischen Schnurrbart zu sehen.

Augenzeugen berichteten Al Dschasira am Freitag über mehrere Angriffe auf US-Soldaten. Bei einem Angriff auf einen Stützpunkt der Amerikaner in der Stadt Samarra habe es mehrere Verletzte gegeben. Aus der Nähe der westirakischen Stadt Falludscha meldete der Sender die Explosion eines Sprengsatzes. Der arabische Fernsehsender Al Arabija berichtete über den Brand einer Öl-Pipeline in Beji, rund 200 Kilometer nördlich von Bagdad. In der Nacht zum Freitag sollen bei Ramadi im so genannten sunnitischen Dreieck vier Iraker getötet worden sein, nachdem sie einen US-Militärkonvoi angegriffen hatten.

Der Führer der irakischen Monarchiebewegung, der Scherif Ali bin Hussein, kritisierte das Vorgehen der US-Besatzungsmacht in Irak. Ali, der zur Familie des letzten irakischen Königs gehört, sagte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der arabischen Zeitung Al-Hayat: "Die Amerikaner sind nach Irak gekommen, um die Probleme des Landes zu lösen, und sind nun selbst zu einem Problem geworden." Die Monarchiebewegung gehört zu den sechs irakischen Exil-Oppositionsgruppen, die bereits vor dem Krieg enge Kontakte zur US-Regierung hatten. Der provisorische irakische Regierungsrat sei nicht gewählt, sondern von den USA eingesetzt worden, kritisierte er weiter. Der Rat sei daher nicht in der Lage, unabhängig Entscheidungen zu treffen.

Jordaniens König Abdullah hat zwei der drei Töchter Saddams Asyl gewährt. Das geschehe aus "rein humanitären Gründen", sagte Informationsminister Nabil al Scharif. Es handelt sich um Raghad und Rana sowie ihre neun Kinder.

Der ehemalige Chef der UN-Waffeninspekteure für Irak, Hans Blix, sprach sich für eine Beteiligung Deutschlands und Frankreichs am Wiederaufbau aus. Bedingung müsse sein, dass den Ländern ein Mitspracherecht eingeräumt werde, sagte Blix. "Wir brauchen echte Zusammenarbeit, nicht etwas, das nur aus Washington oder London diktiert wird."

Dossier: Irak nach dem Krieg

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