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Der 67-jährige Reiner Haseloff will Minister-Präsident in Sachsen-Anhalt bleiben.
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Der 67-jährige Reiner Haseloff will Minister-Präsident in Sachsen-Anhalt bleiben. Die Wahl am 6. Juni ist der letzte Stimmungstest für die Union vor der Bundestagswahl im Herbst.

Portrait

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Haseloffs Ergebnis wird zum Stimmungstest für die CDU

  • Sandra Kathe
    vonSandra Kathe
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Nach den historischen Niederlagen der CDU in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz soll Reiner Haseloff in Sachsen-Anhalt am 6. Juni die Ehre der Union retten.

Magdeburg – Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am ersten Donntag im Juni will Ministerpräsident Reiner Haseloff die Position an der Spitze des Landes verteidigen und inmitten von Umfragetiefs und historischen Wahlniederlagen im Süden des Landes die Position der CDU wieder stärken. Auch wenn seine Beliebtheit in Zeiten der Corona-Krise gelitten hat: Haseloffs Chancen auf eine dritte Amtsteht stehen gut – auch wenn die CDU in Sachsen-Anhalt laut Umfragen nur noch knapp vor der rechtpopulistischen AfD liegt.

Haseloff steht seit 2011 als Ministerpräsident an der Spitze der Landesregierung in Sachsen-Anhalt, zunächst in Koalition mit der SPD, seit 2016 im Dreierbündnis mit CDU, SPD und Grünen. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist er promovierter Physiker. Und ähnlich wie sie gilt er nicht gerade als begabter Redner. Seine Frau beschreibt ihn als „Vollblutpolitiker, immer unter Strom“. Zuletzt gewann Haseloffs Stimme als Bundesratspräsident deutlich an Gewicht. Dabei scheute er sich nicht vor offener Kritik etwa an der von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit durchgesetzten Bundesnotbremse, die er als „Tiefpunkt in der föderalen Kultur der Bundesrepublik Deutschland“ bezeichnete.

Vom Umweltforscher zum Landesvater: Haseloffs CDU will weiter in Sachsen-Anhalt regieren

Zu DDR-Zeiten arbeitete Haseloff in der Umweltforschung. Nach der Wende startete der zweifache Vater und mehrfache Großvater seine politische Karriere auf kommunaler Ebene. Bis 2002 war er Direktor des Arbeitsamts Wittenberg, bevor er als Staatssekretär in das Wirtschaftsministerium nach Magdeburg wechselte. Vier Jahre später rückte der Katholik an die Ministeriumsspitze und 2011 in die Staatskanzlei.

Gerade seit er als Ministerpräsident an der Spitze der Kenia-Koalition, hat der Landesvater in Sachsen-Anhalt, der als pragmatisch und fleißig gilt und die Beatles ebenso mag AC/DC, nicht immer den einfachsten Job. Ein ums andere Mal drohte der Kenia-Koalition, die seit 2016 ohnehin auf eher wackeligen Beinen stand, der Bruch. Mal gerieten CDU und Grüne wegen ökologischer Themen aneinander, mal stürzten Christdemokraten mit Annäherungsversuchen an die AfD die Koalition in Turbulenzen. Ende vergangenen Jahres geriet die Kenia-Koalition in eine schwere Regierungskrise, weil die CDU sich vehement gegen eine Erhöhung des Rundfunkbeitrags stemmte und Teile der Partei auch ein gemeinsames Veto mit der AfD in Kauf nahmen. Den ganz großen Knall konnte Haseloff gerade noch abwenden.

Haseloff vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Zusammenarbeit der CDU mit AfD bleibt Tabu

Die AfD ist und bleibt für Haseloff eine rote Linie. Eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten wie auch mit der Linkspartei ist für den Ministerpräsidenten undenkbar. Seinen Innenminister, CDU-Landeschef und potenziellen Nachfolger Holger Stahlknecht kostete das die Ämter. Haseloff warf ihn aus dem Kabinett, nachdem Stahlknecht für den Fall eines Koalitionsbruchs eine CDU-Minderheitsregierung ins Spiel gebracht hatte, die praktisch auch auf Stimmen der AfD angewiesen wäre.

Eine Fortsetzung der Kenia-Koalition, die vor fünf Jahren als einzig mögliches Zweckbündnis jenseits der starken AfD zusammenfand, schließt Haseloff dagegen nicht aus. Eine Zusammenarbeit zwischen CDU, SPD und Grünen ist für Haseloff „eine Option, die funktioniert“. (ska mit AFP)

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