Louis DeJoy bei seiner Anhörung vor dem Repräsentantenhaus
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Untersuchung eingeleitet: Die Hausdemokraten fordern eine sofortige Suspendierung von Louis DeJoy

Sabotage bei US-Wahlen

Donald Trumps Postchef soll Wahlkampfspenden erzwungen haben

Donald Trumps Postminister soll Mitarbeiter gezwungen haben, Wahlkampfspenden zu leisten. Louis DeJoy soll bereits den US-Wahlkampf sabotiert haben.

  • Die Demokraten im Kongress fordern eine sofortige Suspendierung von Louis DeJoy.

  • Der Postminister von Donald Trump soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gezwungen haben, im Namen republikanischer Kandidaten Schecks auszustellen.
  • Louis DeJoy wurde bereits im Mai vorgeworfen, mit seinem neuen Kurs als Vorstandsvorsitzender der USPS, die Briefwahlen zu sabotieren.

Washington – Kurz vor den US-Wahlen im November werden schwerwiegende Anschuldigungen laut. Die Demokraten beschuldigen Louis DeJoy, seine Mitarbeiter unter Druck gesetzt zu haben Wahlkampfspenden zu leisten. Jetzt ermittelt das House Oversight Commitee gegen den Postminister von Donald Trump.

Hausdemokraten fordern die sofortige Suspendierung von Louis DeJoy

Das House Oversight Commitee des US-Kongresses ermittelt derzeit gegen Louis DeJoy. Die Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, die Demokratin Carolyn Maloney, kündigte eine Untersuchung gegen DeJoy an und forderte, den Postminister vorsorglich zu suspendieren. Der Postchef von Donald Trump wird beschuldigt, Angestellte seines Logistikunternehmens unter Druck gesetzt zu haben. DeJoy wird vorgeworfen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu gedrängt zu haben, Spenden an seine bevorzugten Politiker der republikanischen Partei zu leisten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von New Breed Logistics sollen überredet worden sein, im Namen republikanischer Kandidaten, Schecks ausgestellt und an Spendenaktionen teilgenommen zu haben. Im Gegenzug erhielten die Mitarbeiter hohe Prämien.

Weitere Vorwüfe: Trumps Postminister soll unter Eid gelogen haben

Mit der Untersuchung gegen Louis DeJoy versucht die Abgeordnete Maloney auch zu beweisen, dass dieser unter Eid gelogen haben soll. Maloney bezieht sich dabei auf DeJoys Aussage vor dem Aufsichtsgremium des Repräsentantenhauses im vergangenen Monat. Dort bestritt der Postminister, dass er Angestellten Geld zurückgezahlt habe, nachdem diese Spenden für die Trump-Kampagne, die sich zur Zeit in finanzieller Notlage befinden soll, getätigt hatten. Die ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählten daraufhin alle Spenden auf, die sie zwischen 2003 und 2014 für Trumps Wahlkampf geleistet haben. Bis 2016 hatte DeJoy das Unternehmen verkauft und ging in den Ruhestand.

DeJoy spielt mit dem Schicksal der US-Wahlen

Bereits vor den jüngsten Anschuldigungen wurde Louis DeJoy von den Demokraten vorgeworfen, mit seinem neuen Kurs als Vorstandsvorsitzender der USPS, die Briefwahlen zu sabotieren. In den vergangenen Wochen haben Sparmaßnahmen bei der Post und Verzögerungen bei der Briefzustellung für Sorgen bei den Demokraten gesorgt. Ausgerechnet wenige Monate vor den US-Wahlen hat DeJoy der staatlichen Post einen Sparkurs verpasst. DeJoy zeigt sich von den Anschuldigungen bislang unbeeindruckt. „Ja, ich bin Republikaner und ich gebe den Republikanern viel Geld“, konterte er. DeJoy wehrt sich bislang heftig gegen die Beschuldigungen. (Von Jennifer Richter)

Schon zuvor war Trump in die Kritik geraten, weil er und seine Fans bei einer Wahlkampfveranstaltung in North Carolina die Corona-Regeln missachteten.

Chaos bei der Briefwahl könnte die Präsidentschaftswahl am 3. November entscheiden. Hunderttausende Stimmzettel, die per Post kamen, wurden bei den Vorwahlen abgelehnt.

Die US-Wahl 2020 rückt immer näher: Die Spannung um die Frage, wer nächster Präsident wird, steigt. Donald Trump liegt in den Umfragen hinten, aber in Stein gemeißelt ist noch nichts.

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