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Russlands Bevölkerung schrumpft: Ein Kriegsgrund für Putin?

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Von: Marvin Ziegele

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Fußgänger in Moskau. Russlands Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen.
Fußgänger in Moskau. Russlands Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen. © imago-images

Die russische Bevölkerung sinkt. Ein alarmierendes Signal für Russlands Machthaber Wladimir Putin, der der Einwohnerzahl eine große Bedeutung zumisst. 

Moskau – Mit einer sinkenden Geburtenrate, einer steigenden Sterberate und einem langsamen Rückgang der Zuwanderung erlebt Russland einen Bevölkerungsrückgang. Obwohl Wladimir Putin eine ermutigende Geburtenpolitik eingeführt hat, steht er nun vor einem Problem, berichtet das US-Nachrichtenportal Raw Story.

Demnach ist die Bevölkerung Russlands in den vergangenen 30 Jahren stetig geschrumpft. Der demografische Trend ist seit 1991, als die Sowjetunion zerfiel und Russland 148,2 Millionen Einwohner in seinen weitläufigen Grenzen zählte, ungebrochen. Bis 2021 sank diese Zahl auf 146,1 Millionen, wie die russische Statistikbehörde Rosstat mitteilte. Laut den Prognosen soll die Bevölkerung bis 2050 auf eine Zahl zwischen 130 und 140 Millionen Einwohner schrumpfen.

Ukraine-Konflikt: „Russland zahlt die Kosten für die 90er Jahre“

„Russland zahlt die Kosten für die 90er Jahre“, erklärt Alain Blum, Demograf am Nationalen Institut für Demografische Studien (INED) in Frankreich gegenüber Raw Story. „Als die Sowjetunion zusammenbrach, stürzte das Land in eine schwere demografische Krise. Zum ersten Mal überstieg die Sterblichkeitsrate in Russland deutlich die Geburtenrate, was zu einem Rückgang der Bevölkerung führte.“

Russlands Präsident Wladimir Putin sei besessen von der demografischen Frage, heißt es weiter. Seiner Meinung nach hängt die Macht eines Landes von der Größe seiner Bevölkerung ab. Könnte der demografische Wandel in Russland ein weiterer Grund für den Ukraine-Konflikt sein? Ja.

Russland: Will Wladimir Putin die Bevölkerung der Ukraine „integrieren“?

Sowohl Blum als auch der französische Demograf Laurent Chalard ziehen diesen Schluss laut dem Raw Story-Bericht. In der Ukraine leben 44 Millionen Menschen, die überwiegend slawischer Abstammung sind und aus dem ehemaligen Sowjetblock stammen. Für Putin geht es bei der Invasion nicht nur um die Eroberung von Gebieten, die seiner Meinung nach zu Russland gehören, sondern auch darum, die Kontrolle über eine Bevölkerung zu erlangen, die er in sein Land „integrieren“ möchte.

Da der Krieg in der Ukraine nicht so schnell zu enden scheint, könnte dieses Bestreben, das Bevölkerungswachstum anzukurbeln, Putin zum Verhängnis werden und umgekehrt die demografische Krise verschärfen?

Russland: Krieg hat nur sehr geringe Auswirkungen auf demografische Entwicklung

„Wenn ich ukrainische Quellen heranziehe, hat Russland 165.000 Soldaten in die Ukraine entsandt. Das ist nichts im Vergleich zur Gesamtbevölkerung, was bedeutet, dass die Todesfälle durch den Krieg eine sehr geringe Auswirkung auf die russische Demografie haben werden“, betonte Chalard. „Es sei denn, die Situation entwickelt sich zu einem globalen Konflikt und zwingt Russland zu einer erheblichen Aufstockung seiner Truppen.“ (marv)

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