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Russland und Belarus planen „gemeinsame Schritte“ gegen Litauen

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Von: Nail Akkoyun

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Weil Litauen EU-Sanktionen auf Lieferungen nach Russland mitträgt, droht Moskau mit Konsequenzen. Wladimir Putin und Alexander Lukaschenko beraten sich.

Moskau/Minsk – Einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge koordinieren der russische Präsident Wladimir Putin und sein belarussischer Amtskollege, Machthaber Alexander Lukaschenko, eine mögliche gemeinsame Reaktion gegen Litauen. Der baltische Staat hatte zuvor EU-Sanktionen gegen Materialien verhängt, die in das russische Kaliningrader Gebiet an der Ostseeküste geliefert werden.

Litauen grenzt an das Kaliningrader Gebiet und teilt sich eine rund 680 Kilometer lange Grenze mit Belarus. Die Region, in dem schätzungsweise eine Million Menschen leben, ist seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 russisches Territorium.

In einer Erklärung teilte der Kreml mit, dass Putin und Lukaschenko daher Gespräche über das weitere Vorgehen geführt hätten. „Der Schwerpunkt lag auf der Situation im Zusammenhang mit den von Litauen verhängten rechtswidrigen Beschränkungen für den Warentransit in das Kaliningrader Gebiet. In diesem Zusammenhang wurden einige mögliche gemeinsame Schritte erörtert“, hieß es. Weiter hätte man „dringende Fragen des bilateralen Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit“, sowie die Stärkung der russisch-belarussischen Beziehungen diskutiert.

Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin sind seit über 20 Jahren Amtskollegen. (Archivfoto)
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin sind seit über 20 Jahren Amtskollegen. (Archivfoto) © Olga Maltseva/dpa

Russland droht mit Konsequenzen – Litauen weist Vorwürfe zurück

Am Montag sagte ein Sprecher des litauischen Zolls der Nachrichtenagentur Reuters, dass Beton, Holz, Alkohol sowie Industriechemikalien auf Alkoholbasis zu den Waren gehören, die Litauen allein am Montagmorgen (11. Juli) aus dem Verkehr zog. Erst am 8. Juli hatte Russland Litauen und die EU gewarnt, dass man selbst „harte Maßnahmen“ verhängen könnte, wenn der Transit durch das Gebiet nicht „innerhalb der nächsten Tage“ wieder aufnehmen könne.

Gegenüber dem US-Nachrichtenmagazin Newsweek wies das litauische Außenministerium die Berichte aus Moskau zurück: „Der Landtransit zwischen dem Kaliningrader Gebiet und anderen Teilen der Russischen Föderation wurde nicht gestoppt oder verboten.“ Einschränkungen gibt es demnach nur im Falle von EU-sanktionierten Gütern.

Wie Tass berichtete, prüfe der Kreml dennoch „verschiedene Maßnahmen“ für den Fall, dass die Lieferblockade nach Kaliningrad weiter anhalte. „Wir warten darauf, dass diese Situation gelöst wird. Wir hoffen auf das Bessere, aber natürlich denken wir auch über verschiedene Pläne für den schlimmsten Fall nach, für den Fall der schlimmsten Entwicklungen. Im Moment wollen wir uns nicht weiter dazu äußern, aber wir hoffen, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Reporter:innen in der vergangenen Woche. (nak)

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