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Von Putin ignoriert, vom Militär verspottet: Russischer Verteidigungsminister auf dem Abstellgleis

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Von: Nils Tillmann

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Putin und Schoigu bei Beratungen
Verteidigungsminister Sergej Schoigu (l.) bei Beratungen mit Präsident Wladimir Putin (m.). (Archivfoto) © Alexei Nikolsky / AP / dpa

Der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu ist in Russland offenbar zunehmend isoliert. Die Erfolge im Ukraine-Krieg lassen auf sich warten.

Moskau – Die Anzeichen häufen sich, dass der Ukraine-Krieg nicht so voranschreitet, wie von der russischen Militärführung vorgesehen. Nun machen Teile des russischen Militärs offenbar Verteidigungsminister Sergei Schoigu für den fehlenden Fortschritt verantwortlich. Das berichtet zumindest der britische Geheimdienst. Einige Befehlshaber würden demnach direkt mit Wladimir Putin über den Kriegsverlauf Rücksprache halten und Schoigu damit zunehmend ausbooten. Der Verteidigungsminister stehe zunehmend lediglich „an der Seite“. Dies gehe aus unabhängigen russischen Medienberichten hervor.

Schoigu gehört zu den am längsten amtierenden Ministern der russischen Regierung. Bereits kurz nach Zusammenbruch der Sowjetunion wurde Schoigu unter der Regierung von Boris Jelzin zum Minister für Katastrophenschutz ernannt. Im Jahr 2012 machte die Regierung unter Putin ihn schließlich zum Verteidigungsminister. In dieser Position leitete Schoigu unter anderem die russischen Einsätze in Syrien und die Annektierung der Krim im Jahr 2014.

News zum Ukraine-Krieg: Putins Verteidigungsminister Schoigu mit wenig Militärerfahrung

Doch wie der britische Geheimdienst berichtet, hatte Schoigu scheinbar bereits seit längerem Probleme sich im Militär zu behaupten. Dem Verteidigungsminister mangele es an militärischer Erfahrung, was besonders unter Offizieren und Soldaten für Hohn sorgen würde. Die Meldung des britischen Geheimdienstes nennt Schoigus Führungsstil „ineffektiv und abgehoben”.

Der Fortschritt russischer Truppen im Ukraine-Krieg hatte sich im Laufe der letzten Monate verlangsamt und Aussichten für die russische Militärführung werden teils als düster bewertet. Auch musste die russische Armee hohe Verluste an Truppen und Ausrüstung verzeichnen. Die Kämpfe konzentrieren sich derzeit vor allem in der Donbass-Region im Osten der Ukraine. (Nils Tillmann)

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