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Angst vorm Atomkrieg: kein heißer Draht mehr zwischen Moskau und Washington

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Von: Tim Vincent Dicke

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Im Kalten Krieg funktionierte die Kommunikation zwischen Russland und den USA offenbar besser als jetzt. (Symbolbild)
Im Kalten Krieg funktionierte die Kommunikation zwischen Russland und den USA offenbar besser als jetzt. (Symbolbild) © Torsten Born/imafo

Angeblich ist ein vertraulicher Backchannel zwischen den USA und Russland nicht mehr in Betrieb. So behauptet es zumindest ein russischer Diplomat.

Washington, D.C. – Kreml-Chef Wladimir Putin droht aufgrund seines schlecht laufenden Feldzugs gegen die Ukraine und westlichen Waffenlieferungen an das überfallene Land mit seinem Atomwaffenarsenal. Pikant in dieser angespannten Situation: Angeblich ist die Leitung, die vor 60 Jahren eine globale nukleare Eskalation verhindert hat, nicht mehr in Betrieb.

Als Reaktion auf die schweren Verluste im Ukraine-Krieg verkündete Putin im September eine Teilmobilmachung. In derselben Rede warnte er den Westen unverhohlen vor seinen Atombomben. „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht ist, werden wir natürlich alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um Russland und unser Volk zu verteidigen. Dies ist kein Bluff“, erklärte der russische Staatspräsident, nachdem er über eine „atomare Erpressung“ der Nato sprach.

Russlands Präsident Putin droht mit Atomwaffen

„Die Bürger Russlands können sicher sein, dass die territoriale Integrität unseres Heimatlandes, unsere Unabhängigkeit und unsere Freiheit – ich betone das noch einmal – mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gewährleistet werden“, fügte Putin hinzu. Eine unmissverständliche Warnung an Nato, EU und USA.

Trotz oder gerade wegen dieser Drohungen ist nun angeblich die geheime Leitung, die während der Kubakrise 1962 dazu beigetragen hat, eine atomare Auseinandersetzung zwischen USA und den Sowjets zu verhindern, tot. Dies behauptet zumindest Anatoli Antonow, der russische Botschafter in Washington.

Geheimer Nuklear-Kanal angeblich nicht mehr in Betrieb

„Die Versuche der russischen Diplomaten in Washington, solche Kontakte wiederherzustellen, waren vergeblich“, sagte Antonow dem Nachrichtenmagazin Newsweek und fügte hinzu: „Die Regierung ist nicht bereit, mit uns auf Augenhöhe zu sprechen.“ Zur Zeit der Kubakrise sei der ständige vertrauliche Kanal zwischen den Supermächten ein „unbestreitbare Vorteil“ gewesen.

„Er ermöglichte es dem Kreml und dem Weißen Haus, einander rechtzeitig Informationen zukommen zu lassen, entsprechende Analysen durchzuführen und die Positionen beider Staaten zu klären“, sagte Antonow dem US-Medium. Im Ukraine-Konflikt gebe es allerdings ein massives Problem, da „die Infrastruktur unserer Kommunikation mit den Amerikanern zerstört wurde“. Joe Biden und dessen Administration würden dafür die Schuld tragen, klagte der Diplomat an. Überprüfen ließen sich die Angaben nicht. (tvd)

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