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Russland umwirbt Afrika: Lawrow auf der Suche nach Verbündeten

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Von: Ares Abasi

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Ukraine-Krieg: Russlands Außenminister Sergei Lawrow bei seinem Besuch in Kairo, Ägypten am 24. Juli 2022
Russlands Außenminister Sergei Lawrow bei seinem Besuch in Kairo, Ägypten am 24. Juli 2022. (Archivfoto) © ITAR-TASS/Imago Images

Der Besuch von Sergej Lawrow findet im Vorfeld des für Oktober-November angesetzten Russland-Afrika-Gipfels in Addis Abeba statt.

Brazzaville – Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Republik Kongo besucht. Das war die zweite Etappe seiner Afrikareise, die darauf abzielt, Moskaus Beziehungen zu Afrika zu stärken. Die afrikanischen Länder haben es weitgehend vermieden, wegen des Krieges in der Ukraine Partei zu ergreifen. Viele von ihnen importieren russisches Getreide und zunehmend auch Energie, kaufen aber auch ukrainisches Getreide und profitieren von westlichen Hilfslieferungen und Handelsbeziehungen, das berichtet der Nachrichtensender Al Jazeera.

Lawrow hat bereits Ägypten besucht und wird vom Kongo nach Uganda und dann nach Äthiopien weiterreisen, wo er nach Angaben von Diplomaten der Afrikanischen Union (AU) am Mittwoch (27. Juli) Botschafter mehrerer Mitgliedstaaten zu einem privaten Treffen eingeladen hat, so Al Jazeera.

Russland umwirbt Afrika: Vertiefung der Beziehungen

In einem Einladungsschreiben des russischen Botschafters in Äthiopien und der AU, das an eine Reihe afrikanischer Botschafter geschickt wurde und der Nachrichtenagentur Reuters vorlag, hieß es, das Ziel des Treffens sei die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Russland und den afrikanischen Staaten. Zwei AU-Diplomaten, die mit Reuters unter der Bedingung der Anonymität sprachen, sagten, dass das geplante Treffen unter den westlichen Geldgebern zu Spannungen führe, weil es eine Hinwendung zu Russland signalisiere.

In einer Kolumne, die in den Zeitungen der vier Länder seiner Reise veröffentlicht wurde, lobte Lawrow Afrika für seinen Widerstand gegen die westlichen Versuche, eine unipolare Weltordnung durchzusetzen. „Wir schätzen die überlegte afrikanische Haltung zur Situation in und um die Ukraine“, schrieb er in der Kolumne und fügte hinzu, dass afrikanische Länder unter „beispiellosen“ westlichen Druck geraten seien, sich den Sanktionen anzuschließen.

Unterdessen wird Afrika diese Woche auch vom Westen umworben: So wird der französische Präsident Emmanuel Macron Kamerun, Benin und Guinea-Bissau besuchen. Der US-Sonderbeauftragten für Ostafrika, Mike Hammer, ist auf dem Weg nach Ägypten und Äthiopien. (Ares Abasi)

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