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Russland wegen westlicher Hilfen in „gewaltigen“ militärischen Schwierigkeiten

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Von: Tanja Koch

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Bei Angriffen im Gebiet Donezk sollen russische Streitkräfte westliche Waffen zerstört haben.
Bei Angriffen im Gebiet Donezk sollen russische Streitkräfte westliche Waffen zerstört haben. © Nariman El-Mofty/dpa

Die Waffenlieferungen aus anderen Ländern könnten zu einer Wende im Ukraine-Krieg führen. Russland sei vom Angriff zur Verteidigung übergegangen.

Kiew/Charkiw/Cherson – Mehr als 50 Staaten unterstützen die Ukraine inzwischen mit Waffenlieferungen, etwa Himars-Artilleriegeschütze aus den USA oder Panzerhaubitze 2000 aus Deutschland und den Niederlanden. Die USA haben weitere Militärhilfe über eine Milliarde Dollar für die Ukraine zugesagt, wie das US-Verteidigungsministerium am Montag (8. August) bekannt gab.

Unter anderem sollten weitere Raketen für die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars geliefert werden, welche von der ukrainischen Armee als besonders wirkungsvoll im Kampf gegen die russischen Invasionstruppen angesehen werden. Sie können auf bis zu 80 Kilometer entfernte Ziele schießen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich auch dank der Waffenhilfe optimistisch in Bezug auf den weiteren Verlauf des Ukraine-Kriegs gezeigt. „Die Okkupanten haben bereits sehr gut zu spüren bekommen, was moderne Artillerie ist. Und sie werden nirgendwo mehr auf unserem Boden, den sie besetzt haben, ein sicheres Hinterland haben“, sagte Selenskyj in einer Videoansprache.

Ukraine-Krieg: Militärische Hilfen haben Russland „gewaltige“ Schwierigkeiten bereitet

Der deutsche Ukraine-Experte Nico Lange sagte nun sogar gegenüber der Deutschen Welle, dass die militärischen Hilfen womöglich einen Wendepunkt im eskalierten Ukraine-Konflikt geführt haben: „Der entscheidende Punkt dieser letzten Tage ist doch: Russland ist jetzt gezwungen, auf Aussagen und auf Handlungen der Ukrainer zu reagieren. Bisher war es andersherum: Die Ukrainer waren gezwungen, auf alles zu reagieren, was Russland tut“, zitiert die DW Lange.

Russland habe militärisch „gewaltige“ Schwierigkeiten und könne nicht „unbegrenzt eskalieren“, erklärte er. „Sowohl nördlich von Charkiw als auch in Cherson im Süden sind die Russen zur Verteidigung übergegangen und zeigen den festen Willen, dieses Gebiet zu halten.“ 

Ukrainischer Präsident: Dank Partisanen Angst vor dem ukrainischen Militär

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte für den Süden seines Landes bereits einen Gegenschlag angekündigt. Der werde aber, so zitiert die DW Osteuropa-Experten Lange, „nicht so aussehen wie der Russen mit dieser alles zerstörenden Feuerwalze.“ Die Ukraine werde „auch auf Partisanen zurückgreifen, mit Aufständen in den Städten, die besetzt sind, mit mobilen Operationen hinter den feindlichen Linien.“ In der Oblast Saporischschja würden etwa nachts Patrouillen der Russen getötet.

Auch Selenskyi hatte in seiner Videoansprache gesagt, dass die Russen im besetzten Gebiet schon jetzt dank ukrainischer Partisanen Angst vor der ukrainischen Armee hätten. Weiter kämpfen könnten sie trotz hoher Verluste nur dank der „unerschöpflichen Bestände alter sowjetischer Waffen“. Wie lange diese ausreichen, um gegen die Waffenlieferungen anzukommen, bleibt abzuwarten. (tk mit dpa/afp)

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