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Bizarre Vorwürfe: Ukraine soll Soldaten bei Experimenten in „Monster“ verwandeln

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Von: Nail Akkoyun

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Eine Archivaufnahme aus einem Labor in Kiew, in dem auf Gefahren für Mensch und Umwelt aufmerksam gemacht wird.
Eine Archivaufnahme aus einem Labor in Kiew, in dem auf Gefahren für Mensch und Umwelt aufmerksam gemacht wird. © Markiian Lyseiko/Imago

In Russland werden abstruse Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben: Das Nachbarland soll gemeinsam mit den USA heimlich Soldaten in „Monster“ verwandeln.

Moskau/Kiew – Bizarre Behauptungen aus Russland sind seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs nichts Neues mehr. Zwei Beamte der Russischen Föderation haben am Montag (19. Juli) jedoch ein weiteres Level an Absurdität erreicht: Mithilfe US-amerikanischer Finanzierung soll die Ukraine an „geheimen Experimenten“ in biologischen Laboren daran arbeiten, Soldaten in „Monster“ zu verwandeln.

Diese Mutmaßung streuten die stellvertretenden Sprecher:innen der russischen Duma, Irina Jarowaja und Konstantin Kossatschow. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Kommersant berichtet, wurden die Aussagen direkt nach einer Kommissionssitzung getätigt. Eben jene Kommission wurde im März 2022 ins Leben gerufen, um die Aktivitäten angeblicher US-amerikanischer, biologischer Labore auf ukrainischem Territorium zu untersuchen.

Kossatschow, der auch Ko-Vorsitzender der Kommission ist, erklärte gegenüber der Presse, dass Blutanalysen ukrainischer Soldaten die „geheimen Experimente“ beweisen würden. Darüber hinaus arbeite die Ukraine an „extrem gefährlichen Krankheiten, […] die unter bestimmten Umständen zu militärischen Zwecken verbreitet werden könnten“.

Russland wirft USA und Ukraine Entwicklung von Biowaffen vor

Knapp drei Wochen nach Kriegsausbruch am 24. Februar beschuldigte Moskau bereits die USA und die Ukraine, in 30 Laboren im ganzen Land mit „Erregern gefährlicher Infektionen“ zu experimentieren. Beweise für diese Theorie wurden nicht dargelegt.

Wie die BBC berichtet, gab es in der Ukraine vor Kriegsbeginn Dutzende Labore für öffentliche Gesundheit, die sich unter anderem mit der Erforschung und Eindämmung gefährlicher Krankheiten befassten. Unterstützt worden seien diese zum Teil von den USA, der EU sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einzelheiten über die laut russischer Darstellung „geheimen“ Labore können online abgerufen werden – wie etwa auf der Website der US-Botschaft.

Der Kreml beharrt dennoch auf seine Version. Laut Irina Jarowaja habe man bei den untersuchten Blutanalysen Spuren von Drogen, Hepatitis A und dem West-Nil-Virus entdeckt. Im Gespräch mit Kommersant erklärte der russische Genetiker Kyrill Wolkow allerdings, dass die genannten Krankheiten typisch für die Region seien. Selbst im Süden Russlands würden sich seit geraumer Zeit subtropische Viren ausbreiten – die von der Kommission verbreiteten Behauptungen bezeichnete er als „übertrieben“. (nak)

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