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Putin droht mit Atomwaffen: „Das ist kein Bluff“

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Von: Florian Dörr

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Verbunden mit der Ankündigung einer Teilmobilmachung in Russland, droht Wladimir Putin mit dem Einsatz von Atomwaffen. Das sorgt für Kritik in weiten Teilen der Welt.

Moskau - Nach der Ankündigung der Teilmobilmachung, die noch am Mittwoch (21. September) beginnen soll, und einer möglichen Annexion weiterer ukrainischer Gebiete hat Kremlchef Wladimir Putin andere Staaten vor Angriffen auf Russlands Staatsgebiet gewarnt. „Wenn die territoriale Integrität unseres Landes bedroht wird, werden wir zum Schutz Russlands und unseres Volkes unbedingt alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, sagte er in einer Fernsehansprache und schob hinterher: „Das ist kein Bluff.“

Putin verkündete in diesem Zusammenhang auch, die heimische Waffenproduktion verstärken zu wollen. Nötige Finanzmittel sollten zur Verfügung gestellt werden. Putin hatte das strategische Nukleararsenal bereits in erhöhte Bereitschaft versetzen lassen. Grund: Abschreckung für die Nato, sich in der Ukraine einzumischen.

Wladimir Putin
Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet - und droht mit dem EInsatz von Atomwaffen. © Uncredited/Russian Presidential Press Service/AP/dpa

Putin droht im Ukraine-Krieg mit Einsatz von Atomwaffen

Die jüngste Rede Putins samt seiner Atom-Drohung rief für deutliche Vorwürfe in weiten Teilen der Welt hervor. So schrieb Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram: „Die von Putin angekündigte Mobilisierung und nukleare Drohung wird dem Aggressor bei seinem Streben, die Ukraine und die Ukrainer zu erobern und zu zerstören, nicht helfen.“

Deutschlands Vize-Kanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nannte die Ankündigung zur Teilmobilmachung einen „schlimmen und falschen Schritt“. Die Bundesregierung berate derzeit über eine Antwort auf diese Entscheidung des russischen Präsidenten. Habeck sagte der Ukraine in diesem Zusammenhang erneut die volle Unterstützung Deutschlands zu.

Auch Japans Ministerpräsident Fumio Kishida hatte die von Russland geschaffene Drohkulisse des Einsatzes von Atomwaffen im Ukraine-Krieg als „völlig inakzeptabel“ kritisiert. Das Gebaren Russlands sei eine „ernste Gefahr für den Frieden und die Sicherheit der internationalen Gemeinschaft“, sagte Kishida. 

Ukraine-Krieg: Putin warnt vor „Erpressung“ Russlands mit Atomwaffen

Konkret warnte Kremlchef Putin vor einer „Erpressung“ Russlands mit Atomwaffen. „Diejenigen, die versuchen, uns mit Atomwaffen zu erpressen, sollten wissen, dass die Kompassrose sich in ihre Richtung drehen kann“, sagte Russlands Präsident. „In unserer historischen Tradition, im Schicksal unseres Volkes liegt es, diejenigen zu stoppen, die nach der Weltherrschaft streben, die unserem Mutterland, unserer Heimat mit Zerstückelung und Unterdrückung drohen“, sagte Putin. 

Die Separatisten in Donezk und Luhansk hatten angesichts des jüngsten ukrainischen Vormarsches gefordert, in den „ihren“ Gebieten „Abstimmungen“ schnell anzusetzen. Nun wurden für die umkämpften Regionen Donezk und Luhansk Ende September umstrittene Referenden angekündigt.

Russland hatte seinen Einmarsch in der Ukraine am 24. Februar unter anderem mit der „Befreiung“ der Gebiete Donezk und Luhansk begründet. Zunächst konnte das russische Militär große Teile der Ost- und Südukraine erobern. Zuletzt allerdings musste der Kreml eine empfindliche Niederlage hinnehmen, die russischen Truppen zogen sich nach ukrainischen Angriffen fast völlig aus dem Gebiet Charkiw zurück. (fd/dpa)

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