1. Startseite
  2. Politik

Bizarre Rede im russischen Staats-TV: Moderator flippt aus – und vergleicht Scholz mit Hitler

Erstellt:

Von: Nail Akkoyun

Kommentare

Der russische Propagandist Wladimir Solowjow hat in seiner Sendung gegen den Westen geschossen – auch gegen Deutschland und Kanzler Scholz. (Archivfoto)
Der russische Propagandist Wladimir Solowjow hat in seiner Sendung gegen den Westen geschossen – auch gegen Deutschland und Kanzler Scholz. (Archivfoto) © Komsomolskaya Pravda/Imago

Der Ukraine-Krieg beschäftigt die Propagandist:innen in Russland seit Februar. Mittendrin: Wladimir Solowjow, der sich in seiner eigenen Sendung in Rage redet.

Moskau – Der russische Fernsehmoderator Wladimir Solowjow, im Westen inzwischen für seine Propaganda bestens bekannt, hat sich wieder einmal zum Ukraine-Krieg geäußert. Erst Mitte Oktober erklärte der Propagandist während einer Sendung überraschend, dass es sich längst nicht mehr um eine „militärische Spezialoperation“ handele – der Begriff „Krieg“ ist in Russland in Verbindung mit dem Angriff auf die Ukraine nach wie vor verboten.

Am Dienstag (1. November) ging Solowjow für einen kurzen Moment noch weiter und sagte, dass man sich den Kampf im Nachbarland „viel einfacher“ vorgestellt hatte. Dies war jedoch nicht der Beginn eines Sinneswandels, sondern vielmehr der Start einer bizarren Schimpftirade, in der der Moderator gegen alles und jeden schoss, außer gegen die eigene Regierung: Die Nato, die USA, Deutschland, Polen, Frankreich – sie alle seien an der Auseinandersetzung schuld.

Nach einer fragwürdigen Hitler-Imitation spielte Solowjow dann einen Videoclip ab, indem Olaf Scholz (SPD) sich in einer Rede lauthals für die Ukraine starkmacht. Ein Auszug der Sendung wurde von Julia Davis, Kolumnistin bei The Daily Beast und Gründerin des Russian Media Monitor, auf Twitter veröffentlicht.

Propaganda aus Russland: Ukrainisches Volk muss „im Feuer brennen“

„Putins Stimme“, wie Solowjow aufgrund seiner Nähe zum russischen Präsidenten gerne genannt wird, behauptete zuvor noch, dass Russland sich für eine Rettung der Ukraine starkmachte, ehe die Nato diese Pläne durchkreuzt habe. „Ja, wir haben damit gerechnet, und sie haben Verhandlungen begonnen, die entgleist sind, weil niemand das ukrainische Volk braucht“, sagte Wladimir Solowjow. Nun müssten die Ukrainer:innen „im Feuer dieses Bürgerkriegs brennen.“

Solowjow wiederholte die Linie des Kremls, nach der Russland und die Ukraine ein Volk seien. Im Juli veröffentlichte Wladimir Putin einen Aufsatz, in dem er die unabhängige Geschichte der Ukraine leugnete, obwohl Ukrainer:innen und Russ:innen längere Zeit getrennt als zusammen gelebt haben. (nak)

Auch interessant

Kommentare