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„Das Beste aus Amerika“: Ukraine will Abrams-Panzer und dreht dafür kurioses Video

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Von: Karolin Schäfer

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Der Druck auf den Westen zur Lieferung von Kampfpanzern im Ukraine-Krieg nimmt zu. Kiew fordert auf untypische Weise Abrams-Panzer aus den USA.

Kiew – Vor dem Gipfel in Ramstein über weiter Waffenlieferungen in die Ukraine sind immer wieder Kampfpanzer im Gespräch. „Deutsche Waffen, deutsche Panzer sind überlebenswichtig“, betonte der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und schielte dabei auch auf Leopard-2-Kampfpanzer zur Verteidigung gegen Russland. Doch eine Lieferung aus Deutschland reicht längst nicht aus, um die Wende im Ukraine-Krieg einzuleiten.

So fordert Kiew im Ukraine-Krieg nun auch M1-Abrams-Kampfpanzer aus den USA – auf nicht ganz subtile Weise. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte am Donnerstag (12. Januar) einen Werbespot beim Kurznachrichtendienst Twitter, der die Zuschauenden zurück in die 90er-Jahre versetzte.

US-Soldaten schießen während einer Militärübung auf dem Gelände des Truppenübungsplatz Hohenfels von einem Kampfpanzer M1 Abrams.
US-Soldaten schießen während einer Militärübung auf dem Gelände des Truppenübungsplatz Hohenfels von einem Kampfpanzer M1 Abrams. © Armin Weigel/dpa

News zum Ukraine-Krieg: Verteidigungsministerium wirbt für Abrams-Kampfpanzer

„Die westlichen Länder sind so besorgt über die Entsendung von Panzern in die Ukraine, dass sie sich darüber streiten, was ein ‚Panzer‘ ist und was nicht“, titelte das Ministerium den Beitrag. Mit dem Video möchte die Ukraine einen „bescheidenen Vorschlag“ anbieten.

Dass ein Verteidigungsministerium ein Werbevideo für tonnenschwere Panzer dreht, ist bereits untypisch. Aber auch die ersten Sequenzen des 49-sekündigen Videos untermauern die Ironie des „bescheidenden“ Films. Angelehnt an einen Chevrolet-Werbespot der 90er-Jahre wird der M1-Abrams-Kampfpanzer mit seinen 1500 Pferdestärken präsentiert.

Das Video zeigt den Abrams, wie er durch unwegsames Gelände rollt und sein Geschütz abfeuert. Zusätzlich werden Aufnahmen von wilden Pferden und einem Jungen, der die Flagge der Vereinigten Staaten im Wind flattern lässt, eingespielt. Musikalisch untermalt wird das Video von Bob Seger, der im Refrain immer wieder „Like a Rock“ singt – genau wie beim Chevrolet-Spot. „Weil die besten Dinge in Amerika hergestellt werden“, heißt es am Ende des Videos des ukrainischen Verteidigungsministeriums. Der Abrams „sollte nicht in Amerika bleiben“.

Ukraine-Krieg: Kiew dreht Werbevideo für Kampfpanzer – „Sie gewinnen nicht ohne Hilfe“

Mehr als 2,4 Millionen Aufrufe hat das Video inzwischen. Die Twitter-Community reagiert gespalten. „Manchmal denke ich, die Ukrainer sind amerikanischer als die Amerikaner. Dieses Video war zu 113% amerikanisch, es fehlen nur ein paar Weißkopfseeadler“, amüsierte sich ein Nutzer. „Sie gewinnen nicht ohne Hilfe“, schrieb ein anderer. „Wir schulden der Ukraine oder ihrer Regierung gar nichts“, meinte ein weiterer Twitter-User.

Zuletzt hatten mehrere westliche Staaten, darunter Deutschland und die USA, die Lieferung von Schützenpanzern für die Ukraine angekündigt. Großbritannien will daraufhin als erstes Land den ukrainischen Streitkräften Kampfpanzer vom Typ „Challenger 2“ zur Verfügung zu stellen. Auch Polen und Finnland haben sich für die Lieferung von Leopard-2-Panzer aus deutscher Produktion ausgesprochen. Die Bundesregierung hat sich dazu noch nicht geäußert. Bundeskanzler Olaf Scholz will offenbar die Entscheidung der USA abwarten.

Die USA zögern ebenfalls bei der Zusage der Abrams-Panzer während des Ukraine-Krieges. Die Vereinigten Staaten haben Bedenken hinsichtlich Wartung und Instandhaltung, berichtete Task and Purpose. Das jüngste US-Hilfspaket für die Ukraine umfasst 50 Bradley-Schützenpanzer. Ob das Video des ukrainischen Ministeriums die USA hinsichtlich der Lieferung von Kampfpanzern nun zum Umdenken bewegen wird, bleibt abzuwarten. (kas)

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