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Deserteur aus Wagner-Gruppe schießt in Russland auf Polizisten

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Von: Sebastian Richter

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In Russland attackiert ein Deserteur der Armee auf eine Polizeipatrouille. Er ist ein ehemaliger Söldner der berüchtigten Gruppe Wagner.

Frankfurt – Ein ehemaliger Soldat der russischen Streitkräfte soll in Russland am Dienstag (6. Dezember) mit einem Sturmgewehr das Feuer auf eine Polizeipatrouille eröffnet haben. Ein Polizist wurde dabei verletzt, wie die russische Nachrichtenagentur Tass mitteilte. Bei dem Angriff im südrussischen Gebiet Rostow-am-Don nahe der ukrainischen Grenze sei der Mann mit Flecktarn gekleidet gewesen.

Die russischen Behörden starteten eine umfangreiche Suche, bei der unter anderem die Stadt Nowoschtinsk abgeriegelt wurde. Es gab Straßensperren, die örtlichen Kindergärten wurden geschlossen und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Wie das Nachrichtenportal Newsweek berichtet, wurden die Einwohner von den örtlichen Behörden gewarnt, ins Freie zu gehen.

Ein von russischen Behörden veröffentlichtes Bild des Mannes, der auf die Polizisten in Russland geschossen haben soll.
Ein von russischen Behörden veröffentlichtes Bild des Mannes, der auf die Polizisten in Russland geschossen haben soll. © IMAGO/Russian Investigative Committee

Ukraine-News: Russischer Deserteur gehörte zur Wagner-Gruppe

Inzwischen sei der Deserteur festgenommen worden, wie Vasiliy Golubev, Gouverneur der Oblast Rostow, auf Telegram mitteilt. „Als Ergebnis koordinierter operativer Fahndungsmaßnahmen wurde er in einem leeren Gebäude in der Nähe von Nowoschtinsk entdeckt“, heißt es von Golubev. Bei ihm soll es sich laut der ukrainischen Webseite pravda um einen 38 Jahre alten Mann handeln – und einen Söldner der berüchtigten Gruppe Wagner.

Der Mann soll demnach wegen Diebstahls und Raubes in einer Strafkolonie im russischen Ufa eine Haftstrafe verbüßt haben. Dort wurde er von der Gruppe Wagner rekrutiert. Wie pravda weiter berichtet, habe er am 24. November seine Meinung über den Kriegseintritt geändert und sei geflohen.

Die Söldner-Gruppe Wagner ist bekannt dafür, ihre Mitglieder in Gefängnissen zu rekrutieren. Für die Teilnahme an militärischen Einsätzen wird den Söldnern neben einem Gehalt Straferlass versprochen, außerdem Geld für Hinterbliebene, falls sie bei Gefechten ums Leben kommen. Dabei beschränken sich die Rekrutierungen nicht nur auf Russland – auch in Afrika suchte die Gruppe bereits nach neuen Mitgliedern. (spr)

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