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Putin-Anhänger fordern Vergeltung für Anschlag: Ukraine bereitet sich vor

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Von: Vincent Büssow

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Nach dem Anschlag in Russland bereitet sich die Ukraine auf verstärkte Angriffe des Kriegsgegners vor. Weitere Faktoren erhöhen die Spannungen im Krieg.

Kiew/Moskau – Der tödliche Anschlag auf Darja Dugina verstärkt die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine. Die 29-jährige Tochter des russischen Ultranationalisten Alexander Dugin war am Samstag (20. August) mit einer Autobombe getötet worden. Während aus dem Kreml Vorwürfe an das Nachbarland gerichtet werden, macht sich Kiew jetzt auf einen möglichen Gegenangriff bereit.

„Die Terroristen des ukrainischen Regimes haben versucht, Alexander Dugin zu liquidieren und haben seine Tochter in die Luft gesprengt“, schrieb Denis Puschilin, der Anführer der selbsternannten Volksrepublik Donezk, nach dem Anschlag. Aus kremlnahen Kreisen ist diese Anschuldigung mehrfach zu hören, wobei auch Aufrufe nach Vergeltungsschlägen laut werden. Die Chefredakteurin des staatlichen russischen Fernsehsenders RT, Margarita Sominjan, sprach sich dafür aus, den Vorstoß auf „die Entscheidungszentren“ in Kiew ins Visier zu nehmen.

Wolodymyr Selenskyj bei der Zeremonie zur Erhaltung des Winston Churchill Leadership Award.
Russland könnte „etwas besonders grausames“ versuchen, sagte Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, mit Blick auf die kommenden Tage. Der Anschlag auf Darja Dugina sowie der ukrainische Unabhängigkeitstag lassen die Spannungen im Krieg steigen. (Archivbild) © dpa

Nach Anschlag in Russland: Gegenseitige Vorwürfe im Ukraine-Krieg

Die ukrainische Regierung bestreitet währenddessen jegliche Beteiligung an dem Anschlag. Die Ukraine sei „kein krimineller Staat - wie die Russische Föderation - und schon gar kein Terrorstaat“, sagte etwa die Präsidentenberater Mychaijo Podoljak dem Portal Prawda zufolge. Stattdessen kommt aus dem kriegsgebeutelten Land die Überlegung, dass Russland selbst den Vorfall initiiert haben könnte, um eine Mobilmachung für den Ukraine-Krieg zu rechtfertigen. Die Nähe von Alexander Dugin zu Wladimir Putin ist umstritten.

Anschlag auf Darja Dugina: Ukraine erwartet vermehrte Angriffe aus Russland

In jedem Fall bereitet sich die Ukraine nun auf eine Intensivierung russischer Raketenangriffe vor, wie der britische Guardian berichtet. Demnach warnte die ukrainische Armee am Sonntag nach dem Anschlag davor, dass Russland den Luftraum über verschiedenen Grenzregionen geschlossen hat. Außerdem seien russische Kriegsschiffe auf dem Schwarzen Meer sowie Luftverteidigungssysteme in Belarus positioniert worden.

Neben den Drohgebärden aus Russland infolge des Anschlags auf Darja Dugina sieht die Ukraine auch in ihrem anstehenden Unabhängigkeitstag einen Anlass für verstärkte Aggression des Kriegsgegners. Mit Blick auf den Feiertag am 24. August sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Russland „etwas besonders Böses, etwas besonders Grausames“ versuchen könnte. (vbu mit dpa)

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