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Russland: Diabetiker gehen Medikamente und Geräte aus

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Von: Caspar Felix Hoffmann

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Diabetiker in Russland gehen wegen des Ukraine-Kriegs Geräte und Medikamente aus. Neben Versorgungsproblemen sind sie mit Preiserhöhungen konfrontiert.

Frankfurt – Seit Moskaus Angriff auf die Ukraine sind rund 10,5 Millionen Russinnen und Russen mit Diabetes von Engpässen bei wichtigen medizinischen Geräten und steigenden Medikamentenpreisen betroffen. Das berichtet das Nachrichtenportal The Moscow Times. Neben den Versorgungsproblemen seien russische Diabetiker auch mit Preiserhöhungen für Medikamente, insbesondere Insulin, und medizinische Geräte konfrontiert.

Der Föderale Antimonopoldienst stimmte im Mai zu, den Höchstpreis für Insulin um 28 % zu erhöhen, wie die russische Zeitung Kommersant berichtet. So habe sich beispielsweise der Preis für einen Monatsvorrat an Medikamenten, die von einer Pumpe verwendet werden, die sie kontinuierlich in das Unterhautfettgewebe abgeben kann, im April auf 132 US-Dollar verdoppelt. Zudem seien solche Medikamente nur schwer zu bekommen. Laut russischen Medien hat der Staat den Kauf solcher Medikamente inzwischen eingestellt.

Diabetiker
Ein Tropfen Insulin hängt an der Nadel einer wiederverwendbaren Spritze (Pen) für Diabetiker. © Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs: Diabetiker gehen Geräte und Medikamente aus

Zahlreiche russische Medienberichte der vergangenen Monate deuten darauf hin, dass russische Kliniken und Apotheken Diabetiker nicht mit allem versorgen, was sie brauchen. In Russland haben Menschen mit Vorerkrankungen, einschließlich Diabetes, Anspruch darauf, die erforderlichen Geräte und Medikamente kostenlos zu erhalten – oder mit einem Rabatt von 50 % in Kliniken, wie The Moscow Times berichtet. Aktivist:innen und Patient:innen bemängelten jedoch, dass die Gesetzgebung schlecht geschrieben und umgesetzt werde, insbesondere angesichts der Unterbrechungen der Lieferkette seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine.

Die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland wegen des Angriffs auf die Ukraine betrafen zwar nicht die Lieferanten von Medizinprodukten. Aber die Hersteller von Medizinprodukten und Arzneimitteln warnten, dass die wirtschaftlichen und finanziellen Beschränkungen sowie die Entscheidung einiger internationaler Unternehmen, ihre Tätigkeit in Russland einzustellen, sich auf die Lieferungen auswirken werden.

Lieferstopp wegen des Ukraine-Kriegs: Abbott liefert nicht mehr nach Russland

Das US-amerikanische Medizintechnikunternehmen Abbott, das den von einigen Diabetikern benötigten FreeStyle Libre-Sensor herstellt, hat seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar keine Produkte mehr nach Russland geliefert. Das Unternehmen hat eine Warteliste für diejenigen eingerichtet, die Sensoren benötigen, und versprach, so bald wie möglich weitere Informationen über Liefertermine zu geben. „Derzeit ist die Verfügbarkeit von FreeStyle Libre-Sensoren in mehreren Ländern, darunter auch Russland, eingeschränkt“, teilt Abbott mit. (cas)

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