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Russland: Einnahmen aus fossiler Energie übersteigen Kriegskosten

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Von: Erkan Pehlivan

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Einem Bericht zufolge sind die Einnahmen von Russland aus Energieexporten größer als die Kosten des Ukraine-Krieges. Deutschland bleibt zweitgrößter Energie-Käufer.

Moskau - Offenbar verdient Russland mehr, als es für seinen Ukraine-Krieg ausgibt. Laut einem am Dienstag (6. September) veröffentlichten Bericht der in Finnland ansässige Forschungsorganisation „Centre for Research on Energy and Clean Air“ (CREA) soll Russland umgerechnet 158 Milliarden Euro durch fossile Energieexporte verdient haben. Demgegenüber stehen Kriegskosten von rund 100 Milliarden Euro. Die Daten des CREA zeigen, dass die EU mit 85 Milliarden Euro der größte Abnehmer der Lieferungen war, gefolgt von China mit 35 Milliarden Euro. Deutschland war mit 19 Milliarden Euro innerhalb der EU der größte Abnehmer und weltweit hinter China die Nummer zwei.

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Unterdessen glaubt Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nicht mehr daran, dass Russland über die Pipeline Nord Stream Gas nach Europa liefern wird. „Es kommt noch ein bisschen Gas über die Ukraine-Pipeline, aber dass Nord Stream 1 wieder aufgemacht wird, gehört nicht zu den Szenarien, von denen ich ausgehe“, sagte der Grünen-Politiker im ZDF.

Der russische Staatskonzern „Gazprom“ hat nach einer planmäßigen Wartung der Turbine die Gaslieferungen nach Europa nicht wieder aufgenommen. Der Konzern begründet dies mit angeblich austretendem Öl aus der Maschine. Im Westen glaubt man hingegen nicht daran und vermutet politische Gründe.

Russland erzielt Rekorderlöse durch Verkauf fossiler Energien
Einer Analyse zufolge verdient Russland derzeit mehr Geld, als es für den Ukraine-Krieg ausgibt. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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Damit Russland keine Rekorderlöse mehr erzielt, müsse der Westen Maßnahmen ergreifen: „Um dies zu bekämpfen, müssen die Regierungen Zölle oder Preisobergrenzen für Importe aus Russland einführen und Energiesparmaßnahmen beschleunigen“, erklärte CREA-Analyst Lauri Myllyvirta.

Vor allem müssten der Öl- und Gasverbrauch verringert werden, „indem der Einsatz sauberer Energie und Elektrifizierung durch Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge beschleunigt wird“. Deutschland ist trotz der Bemühungen um eine Reduzierung vor allem seit Kriegsbeginn noch immer abhängig von russischen Energieimporten. (Erkan Pehlivan)

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