1. Startseite
  2. Politik

Russland „improvisiert“ im Ukraine-Krieg – Armee „ohne Plan“

Erstellt:

Von: Lukas Zigo

Kommentare

Russland handelt laut einem ehemaligen Redenschreiber für Präsident Putin „offensichtlich planlos“ und müsse nach Scheitern des Blitzkrieg-Plans „improvisieren“.

Moskau – Ein ehemaliges Mitglied des russischen Regierungsapparats hat sich zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine geäußert. Der ehemalige Redenschreiber des russischen Präsidenten Wladimir Putin sagte in einem Interview mit Radio Free Europe am Freitag (22. Juli 2022), dass die Russen im Ukraine-Krieg „offensichtlich ratlos“ seien.

„Sie wissen nicht, was sie tun sollen, also improvisieren sie. Putin muss etwas erreichen, damit die Russen davon überzeugt sind, dass er gewonnen hat, aber das gelingt ihm nicht“, so der ehemalige Redenschreiber Abbas Gallyamov gegenüber Radio Free Europe.

Lawrow: Russlands Ambitionen „weit davon entfernt“, nur den Donbass umfassen

Diese Aussagen traf Gallyamov, nachdem der russische Außenminister Sergej Lawrow Anfang der Woche angekündigt hatte, dass Russlands territoriale Ambitionen über die Donbass Region hinaus gehen, die in den letzten Monaten im Fokus des Landes stand.

Ukraine-Krieg
Ein Soldat der russischen Armee. (Symbolfoto) © Sergei Bobylev / Imago Images

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, sagte Lawrow in einem Interview mit staatlichen Medien, Russlands geografische Ambitionen seien „jetzt anders“ und „weit davon entfernt, nur“ Donezk und Luhansk zu umfassen. Diese Regionen bilden zusammen die Donbass-Region.

„Es gehe auch um die Regionen Cherson und Saporischschja und eine Reihe anderer Gebiete“, sagte Lawrow laut Reuters. „Dieser Prozess wird logisch und beharrlich fortgesetzt.“ Russland hat Cherson und Saporischschja seit seinem Einmarsch in die Ukraine im Februar teilweise besetzt.

Russland-Expertin: „Offensichtlich“ dass die Russen „alles nach und nach zusammen improvisieren“

Aglaya Snetkov, Professorin am University College London und Redakteurin des Russian Analytical Digest, sagte gegenüber Radio Free Europe, dass die Russen in der Ukraine „sich das nach und nach zusammen improvisieren“.

Über die Kriegsplanung der russischen Führung sagte sie Professorin: „Sie hatten einen verrückten Plan, der nicht funktionierte, und mussten ihn dann anpassen“.

Britisches Verteidigungsministerium: Russland zieht „Ad-hoc-Gruppierungen“ zusammen

Das britische Verteidigungsministerium hatte Anfang des Monats mitgeteilt, das russische Militär habe in letzter Zeit Verstärkungen in der Nähe der Ukraine zusammengezogen. Viele dieser Truppen seien in „Ad-hoc-Gruppierungen“ zusammengefasst und trügen schlecht angepasste Ausrüstung.

„Trotz der Behauptung von Präsident Putin am 07. Juli 2022, dass das russische Militär seine Bemühungen in der Ukraine ‚noch nicht einmal begonnen‘ habe, sind viele seiner Verstärkungen Ad-hoc-Gruppierungen, die mit veralteter oder ungeeigneter Ausrüstung eingesetzt werden“, schrieb das Ministerium in einem auf Twitter veröffentlichten Brief.

Selenskyjs „Wunderwaffe“: Ukrainischer Präsident bedankt sich für neue HIMARS-Lieferung der USA

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte am Samstag (23. Juli 2022) die Nachricht, dass die USA beabsichtigen, seinem Land weitere hochmobile Artillerieraketensysteme (HIMARS) zu Unterstützung im Kampf gegen die Russen zu schicken. Das Weiße Haus kündigte am Freitag ein neues Sicherheitspaket in Höhe von 270 Millionen Dollar für die Ukraine an, das auch vier Himars umfasst. (lz)

Auch interessant

Kommentare