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Warnung im russischen TV: Kremlnaher Journalist fordert Atomangriff

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Von: Nail Akkoyun

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Ein Graffiti in Barcelona zeigt einen Atompilz in den Händen eines Menschen. (Symbolfoto)
Ein Graffiti in Barcelona zeigt einen Atompilz in den Händen eines Menschen. (Symbolfoto) © Imago

Im russischen Staatsfernsehen erhitzen beim Thema Ukraine-Krieg einmal mehr die Gemüter. Ein Journalist fordert im Zweifelsfall einen Atomangriff.

Moskau – Während angesichts der Gefechte am Kernkraftwerk Saporischschja weltweit die Sorge vor einem möglichen Super-GAU wächst, werden im russischen Staatsfernsehen wieder einmal salopp nukleare Drohungen ausgesprochen. Die Drohgebärden hängen allerdings mit den Geschehnissen und um das AKW Saporischschja zusammen.

Der Journalist Juri Kot, der in Russland für seine kremlnahe Berichterstattung bekannt ist, schlug während einer Diskussion über das Kraftwerk vor, Nuklearraketen auf die USA und Großbritannien abzufeuern. Die Äußerung erfolgte in der Montagsausgabe (8. August) des Politiktalks „Vremya Pokazhet“ (auf Deutsch in etwa „Die Zeit wird es zeigen“).

„Wenn, Gott bewahre, das Kernkraftwerk Saporischschja beschädigt wird und es zu einer Katastrophe kommt, werden sofort zwei Raketen in Ihren Entscheidungszentren landen“, wird Juri Kot von newsweek.com zitiert. „Eine in Washington und die andere in London.“

Russland: Kremlnaher Journalist will Verbündete der Ukraine „direkt ansprechen“

Ein Ausschnitt der Talk-Sendung wurde vom BBC-Journalisten Francis Scarr auf Twitter gepostet. In seinem Tweet schreibt der Russland-Experte: „Für diejenigen unter Ihnen, die vielleicht besorgt darüber sind, dass es in letzter Zeit keine Drohungen mit Atomraketen im russischen Staatsfernsehen gab, gab es heute [am Montag] eine neue.“

Ehe Juri Kot den Verbündeten der Ukraine drohte, sprach er außerdem davon, dass der Westen eine „fiktionale Realität“ generiere. Im Ukraine-Krieg hätten es Moskau und die russischen Streitkräfte hingegen mit der „wahren Realität“ zu tun. Es wäre daher „sinnvoll, die Ukraine und die Länder, die sie unterstützen, direkt anzusprechen“.

Atomares Muskelspiel während des Ukraine-Kriegs: In Russland nichts Neues

Dass im russischen Staatsfernsehen mit den eigenen Atomwaffen geprahlt wird, ist nichts Neues. Unter anderem spielte der stellvertretende Vorsitzende des russischen Verteidigungsausschusses, Aleksey Zhuravlyov, in einer TV-Sendung mit dem Gedanken, Großbritannien mit Atomraketen zu bombardieren. Auch Moderator Wladimir Solowjow warnte im Juni vor einem Nuklearkrieg.

Dementsprechend stoß auch Journalist Juri Kot ins gleiche Horn und echauffierte sich maßlos über die militärische Unterstützung des Westens für die Ukraine. Die Auseinandersetzung mit dem Nachbarland werde falsch dargestellt, sagte Kot. (nak)

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