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Ukraine: Cyberangriff auf Verteidigungsministerium - Russland im Verdacht

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Von: Lukas Zigo

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Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Websites nicht mehr erreichbar seien. In der Vergangenheit kam es bereits vor, dass die Russland Cyberangriffe auf die Ukraine durchführte.

Kiew – Das ukrainische Verteidigungsministerium sowie zwei wichtige staatliche Banken des Landes sind Ziel eines Cyber-Angriffs geworden. Dies teilten Behörden in Kiew am Dienstag (15.02.2022) mit, und verwiesen indirekt auf Russland* als möglichen Urheber des Angriffs. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Aggressor zu schmutzigen Tricks greift“, erklärte die für die Kommunikationsüberwachung zuständige Behörde mit offensichtlichem Blick auf Russland und den derzeitigen Konflikt mit dem Nachbarstaat.

Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Websites nicht mehr erreichbar seien und dass es sich wahrscheinlich um einen DDoS-Angriff handele. Eine andere ukrainische Agentur, das Zentrum für strategische Kommunikation und Informationssicherheit, erklärte, dass auch die Website der ukrainischen Streitkräfte angegriffen worden sei.

Netzwerkkabel
Netzwerkkabel stecken in einem Rechenzentrum. © Matthias Balk/dpa

Ukraine-Konflikt: Cyber-Angriff folgt auf Zeichen der Deeskalation

Der Cyber-Angriff erfolgt inmitten der Ukraine-Krise, vor deren Hintergrund sich am Dienstag Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD*) mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin* in Moskau traf. Scholz äußerte sich anschließen optimistisch und sagte, es gebe „genügend Ansatzpunkte dafür, dass die Dinge eine gute Entwicklung nehmen“.

Es werde nun alles dafür getan, „dass wir diese Ansatzpunkte nutzen, um Frieden in Europa möglich zu machen“. Putin erklärte sich zu weiteren Gesprächen bereit, bestritt seinerseits jedoch jegliche Kriegsabsicht.

Microsoft entdeckt Malware in Ukrainischen Systemen – Ursprung der Cyber-Attacke noch ungeklärt

Noch haben die ukrainische Regierung und die USA* den Angriff keiner Nation oder kriminellen Gruppe zugeordnet. Eine Stellungnahme lehnte ein Sprecher der Nationalen Sicherheitsbehörde ab. Auch das Weiße Haus und die Agentur für Infrastruktur- und Cybersicherheit machen auf Anfrage keine Angaben.

Bereits im Januar waren etwa 70 Webseiten der ukrainischen Regierung verunstaltet und abgeschaltet worden, die ukrainischen Behörden machen Russland für diesen Angriff verantwortlich. Einige Tage nach diesem Vorfall gab Microsoft bekannte, es habe Schadsoftware (Malware) in ukrainischen Regierungssystemen entdeckt, die ausgelöst werden kann, um den Online-Betrieb bei Bedarf augenblicklich zu deaktivieren. Auch Microsoft hat die Malware keinem Land offiziell zugeordnet.

Hacker-Angriff: Russland legte 2015 Teile des ukrainischen Stromnetzes lahm

Derweil kam es in der Vergangenheit bereits vor, dass die Russland verheerende Cyberangriffe auf die Ukraine* durchführte. So legten russische Hacker im Jahr 2015 einen Teil des Stromnetzes lahm, sodass eine Viertelmillion Ukrainer mitten im Winter ohne Strom waren. Im Jahr 2017 legte ein russischer Malware-Angriff die Systeme der ukrainischen Regierung und des Privatsektors lahm. Diese Angriffe schreckten auch die westlichen Partner auf, die Nato sagte Kiew eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Internetsicherheit zu. (lz/afp) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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