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Russland führt in der Ukraine „heiligen Krieg“ gegen „satanischen“ Westen

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Von: Christian Stör

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Russland, Moskau: Drei Männer zerren während einer Demonstration für die Rechte von Homosexuellen, Bisexuellen und Transgender an einer Regenbogenfahne, einem Symbol der Homosexuellen.
Russland führt nach Angaben eines tschetschenischen Kommandeurs einen „Heiligen Krieg“ in der Ukraine – offenbar auch gegen die LGBT-Gemeinde. © Sergei Ilnitsky/dpa

Für einen Kommandeur der für Russland kämpfenden tschetschenischen Streitkräfte gehören die USA, Europa und die Nato zur „Armee des Antichristen“.

Moskau/Frankfurt – Seit fast fünf Monaten führt Russland Krieg in der Ukraine. In Moskau selbst ist zwar stets nur von einer „militärischen Spezialoperation“ die Rede, doch für viele Beteiligte steckt sehr viel mehr dahinter. So zum Beispiel auch für Apti Alaudinov. Der Kommandeur der für Russland kämpfenden tschetschenischen Streitkräfte sprach nämlich in einer Sendung des staatlichen russischen Fernsehsenders Russia-1 vom „heiligen Krieg“ gegen die „satanischen“ Werte Europas und der USA.

„Dies ist ein heiliger Krieg, von dem unsere Heiligen und Ältesten sprachen“, versicherte Alaudinov, der während seines etwas merkwürdigen Auftritts auch Gott dafür dankte, in Russland unter einem Herrscher wie Wladimir Putin zu leben. „Er ist der Mann, der sich weigert, die sogenannten europäischen Werte zu akzeptieren“, fügte der Kommandeur mit Bezug auf Putin hinzu.

Alaudinov nannte die US-amerikanische Demokratie auch „den Hauptfeind der Menschheit“. Weiter sagte er, die USA, Europa und die Nato seien Teil einer „Armee des Antichristen“. Ganz im Gegensatz zu den tschetschenischen Streitkräften, die Alaudinov als „Armee Jesu“ bezeichnete. Er lobte Putin dafür, dass er getan habe, „was die islamischen Länder hätten tun sollen“. Damit meint er wohl das, wovon auch Ramsan Kadyrow gerne spricht. Der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien möchte den Westen am liebsten in Stücke sprengen.

Ukraine-Krieg: Kampf gegen LGBT-Gemeinde

Alaudinov lobte Putin aber auch dafür, dass er Russland gegen alle unnatürliche Dinge verteidige, die Gott nicht gefallen könnten. Explizit bezog er sich dabei auf die LGBT-Gemeinde. „Wir stehen nicht unter den Fahnen der LGBT und solange Putin lebt, werden wir nicht unter diesen Fahnen stehen.“

Tatsächlich verschlimmert sich die Lage für die LGBT-Gemeinde in Russland zusehends. Im Jahr 2021 berichtete die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch“, dass „die Regierung [in Russland] ihren Weg der homophoben Diskriminierung fortsetzt und das Verbot der ‚Homosexuellenpropaganda‘ nutzt, um eine strafrechtliche Verfolgung zu rechtfertigen“. (cs)

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