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Der italienische Künstler Harry Greb zeigt den Handschlag zwischen Donald Trump und Wladimir Putin als Tatort eines Verbrechens. Tatsächlich genießt Trump in Russland hohes Ansehen.
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Der italienische Künstler Harry Greb zeigt den Handschlag zwischen Donald Trump und Wladimir Putin als Tatort eines Verbrechens. Tatsächlich genießt Trump in Russland hohes Ansehen.

Staatsmedien

Russland wünscht sich Donald Trump zurück: „Trumpushka wird so sehr vermisst“

  • VonMirko Schmid
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Russland hat offenbar Probleme mit der harten Linie von US-Präsident Joe Biden. Die Staatsmedien senden Liebesgrüße an „Trumpushka“ Donald Trump.

Moskau – Wladimir Putin macht offenbar Ernst. Seitdem sich das Volk in der Ukraine im Zuge von pro-europäischen Demonstrationen gegen den Russland-freundlichen Wahlbetrüger Wiktor Janukowytsch gestellt und so dessen Absetzung als Präsident und Flucht erzwungen hatte, ist Putins Einfluss im Nachbarstaat de facto deutlich geschwunden. Fachleute weltweit kommen darin überein, dass dieser Verlust des langen Arms Moskaus nach Kiew bis heute die größte politische Niederlage Putins bedeutet. Nun soll Russland unter seinem Machthaber davor stehen, in die Ukraine einzumarschieren.

An der Grenze zieht der Kreml gemäß Informationen der US-amerikanischen und ukrainischen Geheimdienste zehntausende Streitkräfte zusammen, Kiew befürchtet eine Invasion in Form eines Vorrückens auf ukrainisches Staatsgebiet noch im Januar 2022. Joe Biden möchte dieser erneut völkerrechtswidrigen Aggression, zuvor hatte Russland bereits die ukrainische Halbinsel Krim annektiert, offenbar nicht tatenlos zuschauen und hat seinen Außenminister Antony Blinken für den Fall eines weiteren Überfalls bereits mit scharfen Sanktionen drohen lassen.

Zwar reagierten russische Regierungsvertreter wie Sergei Lawrow umgehend mit Trotz und scharfen Worten, allerdings gibt es deutliche Signale dafür, dass der Kreml harte Wirtschaftssanktionen (im Raum steht etwa ein Ausschluss aus dem internationalen Zahlungssystem Swift) scheut. Wladimir Putin etwa erklärte sich umgehend zu bilateralen Gesprächen mit dem Demokraten Joe Biden bereit, als dieser alarmiert durch die russische Truppenpräsenz an der ukrainischen Grenze solche forderte.

Russland: Staatsmedien arbeiten an Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus

Die russischen Staatsmedien, die unter dem direkten Einfluss der Regierung stehen, sollen wohl offenbar im selben Atemzug sowohl die Stabilität der russischen Wagenburg sichern als auch Einfluss auf die Meinungsbildung in den USA nehmen. Einerseits nämlich lobte die regierungsfreundliche Moderatorin Olga Skabeeva im Programm der politischen Prime Time-Show „60 минут“ („60 Minuten“) die Ergebnisse des Biden-Putin-Gipfels. Um nicht weniger als „historische Verhandlungen“ habe es sich gehandelt, der „Dritte Weltkrieg“ sei „abgesagt“. Zumindest „vorerst“.

Andererseits arbeitet das russische Staatsfernsehen hartnäckig daran, Donald Trump dessen Rückkehr ins Weiße Haus zu ebnen. Kurz vor dem Beginn des bilateralen Gipfels beispielsweise behauptete Skabeeva, dass Trump deutlich bessere Zustimmungswerte als sein Amtsnachfolger erreiche. Wahr ist: Joe Bidens Werte liegen aktuell im Keller, nur rund ein Drittel der Befragten sind mit seiner bisherigen Amtsführung zufrieden. Wahr ist aber auch: Exakt ein Präsident hatte zum gleichen Zeitpunkt seiner Amtszeit noch schlechtere Zustimmungswerte – der von Moskau wohlgelittene Donald Trump.

NameDonald J. Trump
ParteiRepublikaner
Höchste Position45. Präsident der Vereinigten Staaten
Alter75 Jahre (*14. Juni 1946)
GeburtsortNew York City, New York, USA

Dieser sei es auch gewesen, betonte Kreml-Sprecher Dmitry Peskov, der sich für einen „sicheren Kanal“ zwischen den Staatsoberhäuptern beider Länder eingesetzt habe. Abhörsicher und ohne Mitschrift. Dies sollte laut Peskov „den Effekt einer eher persönlichen Kommunikation“ erzielen und es ermöglichen, „sehr, sehr geheime Themen zu diskutieren“. Mit anderen Worten: Trump und Putin wollten bei ihren Gesprächen unter sich sein. Normalweise ist es üblich, dass Gespräche auf dem Level internationaler Diplomatie in den USA archiviert werden, Trump wollte sich dieser Tradition der Transparenz entziehen.

Staats-TV in Russland: „Die Dinge waren so gut unter Donald Trump“

Dementsprechend wohlwollend steht die kontrollierte russische Medien-„Öffentlichkeit“ Donald Trump, der sich einmal selbst als großer Fan und Freund Putins bezeichnet hatte (wohlgemerkt lange vor seiner Amtszeit als US-Präsident) noch heute gegenüber. Wann immer sich der vom Wahlvolk der USA aus dem Weißen Haus gewählte Privatier abfällig über seinen Nachfolger äußert, ventilieren russische Medien diese Aussagen und begleiten sie mit Wohlwollen. Sogenannte Experten etwa durften im Zuge der aktuellen Auseinandersetzung im russischen Staatsfernsehen unwidersprochen behaupten, dass es für einen Krisengipfel um die Ukraine unter Trump „keinen Bedarf“ gegeben hätte.

Und Donald Trump spielt dieses Spiel mit. Zwei Wochen vor dem Putin-Biden-Gipfel etwa stellte der Republikaner im Gespräch mit dem ihm treu ergebenen Fox News-Moderator Sean Hannity öffentlich klar, dass er sich als Präsident nicht an die Seite der von Russland bedrohten Ukraine stellen würde. „Ich will nicht um die Ukraine kämpfen, sie müssen ihre eigenen Schlachten schlagen“, sagte Trump. Dieser Satz kam in Russland gut an.

In der Kreml-freundlichen TV-Sendung „The Evening with Vladimir Soloviev“ etwa wurde wie zum Beweis ein übersetzter Videoclip von Trumps Aussage ausgestrahlt. Moderator Vladimir Soloviev konnte bereits vor der Präsentation der Trump‘schen Solidaritätsadresse kaum an sich halten und schwärmte: „Die Dinge waren so gut unter Trump.“ Seinem Publikum legte er ans Herz: „Lauschen Sie Trumpushka!“ Kaum waren Trumps Worte gesendet, seufzte Solowjew: „Er wird so sehr vermisst.“

Russische Staatsmedien wünschen sich Donald Trump für 2024 zurück

Der so sehr vermisste Donald Trump legte umgehend nach. Nur wenige Stunden nach dem Putin-Biden-Gipfel gab Trump über seinen „Save America“-PAC eine Erklärung ab: „Wladimir Putin hat sich unsere erbärmliche Kapitulation in Afghanistan angeschaut. Dann hat er auf Biden geblickt. Er macht sich keine Sorgen.“ Der staatlich gelenkte TV-Sender Rossiya-24 strahlte Trumps Kommentare umgehend aus.

Wenig überraschend schieben die russischen Staatsmedien schon jetzt eine erneute Präsidentschaftskandidatur Trumps an. Sollte Donald Trump 2024 ins Rennen gegen Joe Biden gehen, hieß es etwa zuletzt in zahlreichen Kommentaren, würde der Republikaner triumphal gewinnen. Kaum Erwähnung hingegen fand, dass in den USA gemeinhin erwartet wird, dass Biden angesichts seines hohen Alters und seiner bescheidenen Beliebtheit auf eine erneute Kandidatur für den Posten des US-Präsidenten verzichtet. Daran ändert auch wenig, dass Biden selbst zuletzt betont hatte, erneut antreten zu wollen. (Mirko Schmid)

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