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Atomwaffenfähiger „Weißer Schwan“ – Russland präsentiert modernisierten Bomber

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Von: Christian Stör

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Eine modernisierte Tupolew Tu-160M führt ihren Erstflug im Dezember 2022 durch.
Erstflug der modernisierten Tupolew Tu-160M – allerdings nicht im klassischen Weiß. © Imago

Russland testet den verbesserten „Weißen Schwan“. Der Überschall-Bomber kann mit nuklearen Marschflugkörpern bestückt werden.

Moskau - Russland rüstet im Ukraine-Krieg weiter auf. Während Moskau weiterhin mit Raketen bewaffnete Langstreckenflugzeuge einsetzt, um die kritische Infrastruktur in ukrainischen Städten zu bombardieren, verkündete der russische Luftfahrtkonzern OAK am Montag (19. Dezember) den erfolgreichen Erstflug eines modernisierten atomwaffenfähigen Bombers.

Die Tupolew Tu-160M ist die verbesserte Variante des Überschall-Bombers Tupolew Tu-160, die noch aus der Zeit des Kalten Kriegs stammt. Sie trägt den Nato-Codenamen „Blackjack“ und wird von russischen Militärangehörigen aufgrund ihres unverwechselbaren Aussehens als „Weißer Schwan“ bezeichnet.

„Weißer Schwan“ kann mit nuklearen Marschflugkörpern bestückt werden

Der Name klingt nett, doch eine bessere Kriegsmaschine ist kaum vorstellbar. Immerhin kann die Tupolew mit zahlreichen nuklearen Marschflugkörper und Raketen mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden. Zudem beabsichtigt Russland, die Tu-160M im Rahmen der Aufrüstung mit der neuartigen Hyperschallrakete Ch-47M2 Kinschal zu bewaffnen.

Die ursprüngliche Tupolew Tu-160 wurde bis 1995 produziert. Im Jahr 2015 ordnete der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu die Wiederaufnahme der Produktion an, wobei er insgesamt 50 verbesserte Tu-160M-Designs für die Streitkräfte in Auftrag gab.

Zugleich sollten die 16 verbleibenden alten Flugzeuge ebenfalls modernisiert werden. Neu entwickelt wurde die gesamte Elektronik – von Navigation, Waffensystemen bis zum Autopiloten. Überarbeitet wurden auch die Triebwerke.

Der Bau der modernisierten Tupolew Tu-160M ist für den russischen Präsidenten Wladimir Putin enorm wichtig. Nach den Rückschlägen der Bodentruppen konzentriert sich der Kreml nunmehr darauf, den Widerstandswillen der Menschen in der Ukraine mit Luftangriffen auf das Energienetz zu brechen. Bei diesen Einsätzen kommt auch die vorhandene Tu-160-Flotte zum Einsatz.

„Weiße Schwäne“ auf Militärflugplatz stationiert

„Weiße Schwäne“ waren auch auf dem Militärflugplatz Engels-2 in der Nähe der russischen Stadt Saratow stationiert, als dieser Anfang Dezember von Explosionen erschüttert wurde. Ursache war angeblich ein ukrainischer Drohnenangriff, obwohl Kiew die Verantwortung dafür bis heute nicht übernommen hat.

Berichten zufolge wurden dabei zwei Tu-95- und ein Tu-22M3-Langstreckenbomber beschädigt. Die Engels-2-Basis wurde regelmäßig von russischen Bombern genutzt, die Marschflugkörper auf ukrainische Ziele abfeuern. (cs)

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