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Russland: Start-up bietet vorgetäuschte, lebendige Beerdigungen an

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Von: Moritz Serif

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Soldaten tragen einen Sarg. (Symbolfoto) © YURIY DYACHYSHYN/afp

Neue Talente und übersinnliche Fähigkeiten verspricht ein Start-Up aus Russland mit seinem Angebot. Es gibt zwei Pakete.

Moskau – Ein Start-up in Russland bietet seinen Kund:innen die Gelegenheit, für 3,5 Millionen Rubel (57.119 US-Dollar) die eigene Beerdigung vorzutäuschen. Laut Moscow Times könne man auch die Erfahrung machen, lebendig begraben zu werden. „Es besteht die Möglichkeit, dass (der Kunde) nach dieser Prozedur neue Talente und übersinnliche Fähigkeiten entdeckt oder Erfolg im Geschäftsleben hat“, sagte Ekaterina Preobraschenskaja, Gründerin des Start-ups, dem Radiosender Govorit Moskva.

Als selbsternannter Business-Coach mit mehr als 130.000 Instagram-Followern kündigte Preobraschenskaja das neue Unternehmen am vergangenen Donnerstag (20. September) an und beschrieb gefälschte Beerdigungen als „ein wahres Symbol des Kampfes für sich selbst und die eigene glückliche Zukunft“.

Russland Start-up bietet vorgetäuschte Beerdigungen an

Nach Informationen des Moskvich Magazine wird das Angebot in zwei Paketen angeboten: die „Online-Beerdigung“ und die „Full Immersion“-Beerdigung. Das erste Paket, das 600.000 Rubel (15.635 Dollar) kostet, wird als „Stress-Therapie für Ängste und Sorgen“ beworben und verspricht dem Kunden, „Kapitel“ in seinem Leben zu schließen und „göttliche Heilung“ und „Auferstehung aus der Asche“ zu erfahren.

Diejenigen, die sich für das „Full Immersion“-Paket entscheiden, können eine vollständige Beerdigung gemäß ihren religiösen Präferenzen durchlaufen. Die Kundschaft wird in einen Sarg gelegt und bis zu 60 Minuten lang begraben, gefolgt von einer „obligatorischen Wiederbelebung mit einem rundum erneuerten Bewusstsein für seine Mission“.

Russische Kund:innen sollen mit neuen „Lebenswillen“ aus dem Sarg steigen

Anschließend sollten die Kund:innen mit einem neuen „Lebenswillen“ aus dem Sarg steigen und diesen als Andenken behalten können. „Diese Prozedur wird es Ihnen ermöglichen, Ihr Leben zu bewerten und zu lieben, Ihre Mission zu verstehen und Ihr Potenzial freizusetzen“, sagte Preobraschenskaja gegenüber Govorit Moskva.

Ob das Angebot auch russische Deserteure ansprechen soll, ist nicht überliefert. Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass Kreml-Soldaten vor dem Ukraine-Krieg flüchten. Manche sind in den Urlaub gefahren, wo sie keine Visa benötigen. Andere besuchten Nachbarstaaten.

EU zögerlich bei Aufnahme von russischen Deserteuren

Bislang hat sich die Europäische Union noch nicht dazu entschlossen, Kriegsverweigerer in Europa aufzunehmen. Auch in Deutschland hält sich die Begeisterung dafür in Grenzen. (mse)

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