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Gnade im russischen Staats-TV: Nur Tucker Carlson soll nicht getötet werden

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Von: Erkan Pehlivan

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Fox-News-Moderator Tucker Carlson wird im russischen Staatsfernsehen gelobt.
Fox-News-Moderator Tucker Carlson © IMAGO/Brian Cahn

Im russischen Staatsfernsehen wird über Atomwaffeneinsatz gegen den Westen gesprochen. Lob gibt es für Fox-News-Moderator Tucker Carlson.

Moskau – Seit den ersten Tagen des Ukraine-Kriegs ist das russische Staatsfernsehen ein beliebter Ort, um gegen den Westen zu agitieren. Wer die Ukraine unterstützt, muss mit Hohn und Spott oder Verachtung rechnen. Anderseits wird in bestimmten Fällen auch ordentlich viel Lob verteilt. Das gilt für all die, die sich im Westen auf die russische Seite schlagen.

So steht zum Beispiel Fox-News-Moderator Tucker Carlson in Russland derzeit hoch im Kurs. Als nämlich in einer Sendung im Staats-TV darüber diskutiert wurde, dass doch am besten Aktionen durchgeführt werden sollten, die wahrscheinlich den Tod zahlloser Menschen in den USA zur Folge hätten, sprach sich der russische Analyst Dmitry Drobnitsky dafür aus, zumindest einen US-Amerikaner zu verschonen: Tucker Carlson.

Nur Tucker Carlson soll nicht getötet werden

Ein Ausschnitt der Diskussion wurde von der Journalistin Julia Davis, die regelmäßig das russische Staatsfernsehen verfolgt, übersetzt und am Sonntag auf Twitter veröffentlicht.

RT-Chefin spricht von Atomwaffen-Einsatz im Ukraine-Krieg

In dem langen Clip stellt die Moderatorin und Chefin des Staatssenders Russia Today, Margarita Simonyan, die Möglichkeit von Atomwaffen gegen die USA als Endergebnis des Krieges in den Raum. Sie glaubt, dass keines der beiden Länder vor einem möglichen Konflikt zurückschrecken würde. Simonyan räumte ein, dass ein Atomkrieg wahrscheinlich zu gegenseitiger Zerstörung führen würde, fragte aber: „Wer braucht die Welt, wenn Russland nicht dabei ist?“

Pläne gab es verschiedene. So schlug der Politologe Sergej Michajew vor, dass Russland „Zehntausende“ US-amerikanischer Soldaten ausschalten sollte. Das Mitglied der Staatsduma, Andrey Kartapolov, ging noch einen Schritt weiter und sagte unverhohlen, „dass dies der Auftakt zum Dritten Weltkrieg ist“.

Carlson vertritt in Ukraine-Krieg Ansicht von Putin

Carlson wird seit langem im Westen wegen seiner Aussagen zum Ukraine-Krieg kritisiert. Grund dafür ist, dass er oft die russische Perspektive zu dem Konflikt vertritt. Mehrere Ausschnitte aus seiner Sendung wurden deswegen vom russischen Staatsfernsehen verbreitet.

Erst im Dezember lobte das russische Staatsfernsehen Carlson für seine Kritik an der Kleidung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij, der vor dem US-Kongress eine Rede hielt. Im September zeigte das russische Staatsfernsehen ebenfalls mehrere Ausschnitte von Carlson. (Erkan Pehlivan)

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