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Russische Talk-Runde denkt an „Atom-Test“ im Ausland - General zieht die Notbremse

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Von: Helena Gries

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Militärexperte Evgeny Buzhinsky im russischen Staats-TV.
Militärexperte Evgeny Buzhinsky ist zu Gast bei einer Talk-Runde im russischen Staats-TV und äußert Bedenken zu eventuellen Atomtests und nuklearen Angriffen. © Screenshot Russian Media Monitor

Russlands Staats-TV sorgt erneut für Aufsehen. Moderator Wladimir Solowjow diskutiert mit seinen Gästen über Atomtests. Doch ein Militärexperte äußert seine Bedenken.

Moskau – Im russischen Staatsfernsehen kommt es seit Beginn des Ukraine-Konfliktes bei regelmäßigen Talk-Runden zu wechselnden Eklats. In einer der letzten Runden fantasierten russische Propagandisten gemeinsam mit Moderator Wladimir Solowjow von möglichen Atomschlägen.

Auch von „Präventivschlägen“ gegen den Westen ist bei der Talk-Runde in Russlands Staats-TV die Rede. Laut Solowjow sei nicht die Zeit, der Welt Angst einzujagen, sondern „ihr ins Gesicht zu schlagen“. Ein rationaler Militärexperte, ebenfalls Gast in der Runde, schlägt jedoch ungewohnte Töne an und entfesselt die Diskussion mit gesundem Menschenverstand.

Russland: Diskussion über Atomwaffen und nukleare Tests

Der Beitrag des russischen Staatsfernsehens wurde von der amerikanischen Kolumnistin Julia Davis, welche die Plattform Russian Media Monitor mitbegründet hat, bei Twitter aufgegriffen und kommentiert. Auch deutsche Medien haben sich bereits mit dem Thema befasst. Demnach wurde in der Talk-Runde die Idee, Atomtests wieder aufzunehmen und präventive Atomschläge durchzuführen, definitiv durch die Aussage des Moderators Solowjow gefördert.

„Macron liefert Panzer. Ich würde sie präventiv angreifen. Ein Präventivschlag gegen Frankreich, eine Kriegspartei. Sie sagen: ‚Wir stellen Panzer bereit, aber wir sind keine Kriegspartei?‘ Und die Deutschen sagen: ‚Wir liefern Leopard-Panzer, aber wir sind keine Kriegspartei‘“, so der Moderator. Die Diskussion über die Möglichkeit nuklearer Tests und atomarer Präventivschläge kommt in Fahrt.

Russlands Staats-TV: Diskussion über Atomwaffen - Militärexperte erklärt die Folgen

Militärexperte Jewgeni Buschinski bringt schließlich etwas Vernunft in die Diskussion ein, indem er erklärt, dass ein Atomschlag massive Folgen für Russland selbst und die ganze Welt hätte. „Ein begrenzter Atomkrieg ist eine Illusion. Es wäre eine globale Katastrophe mit gegenseitiger Zerstörung der Vereinigten Staaten und der russischen Föderation mit all ihren Regionen“, erklärt Buschinski im russischen Staats-TV.

Es wäre keine Frage, wenn Russland das einzige Land wäre, welches in Besitz nuklearer Waffen ist, so der Generalleutnant im Ruhestand. „Aber sie haben auch nukleare Waffen! Die USA, Frankreich und Großbritannien haben sie.“ Laut Buschinski sei der Einsatz von Atomschlägen unmöglich, „es ist ein politisches Instrument der Abschreckung“. Im russischen Staatsfernsehen sind zuletzt immer häufiger kritische Stimmen in Bezug auf den Ukraine-Krieg laut geworden. (hg)

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