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So umgehen russische Unternehmen westliche Sanktionen in der Türkei

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Von: Erkan Pehlivan

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Immer mehr russische Unternehmer gründen Firmen in der Türkei
Taksim Viertel in Istanbul. © Tolga Ildun/dpa

Russische Unternehmer gründen immer mehr Firmen in der Türkei oder beteiligen sich an ihnen. Damit können sie die westlichen Sanktionen umgehen.

Ankara – Der Ukraine-Krieg führt dazu, dass auch russische Unternehmer das Land verlassen. Einen sicheren Hafen scheinen diese Unternehmer in der Türkei gefunden zu haben. Immer mehr Menschen aus Russland kaufen Immobilien oder beteiligen sich an Unternehmen in dem Land. Alleine in den vergangenen sechs Monaten wurden in der Türkei 720 Unternehmen durch Russen oder russischer Beteiligung gegründet.

Türkei: 128 Unternehmen durch Russen gegründet oder beteiligt

Wurden noch im Januar dieses Jahres noch neun Unternehmen mit russischer Beteiligung oder durch Russen in der Türkei gegründet, lag die Zahl im August bei 128 – mit steigender Tendenz. Im gesamten Jahr 2021 waren es insgesamt 39 Unternehmen. Da es im Westen Sanktionen gegen Russland und russische Unternehmen gibt, können diese durch Unternehmen in der Türkei umgangen werden.

Türkei: Experte fürchtet Sanktionen gegen Ankara

„Es gibt ein US-Embargo auf russische Firmen und diese werden über die Türkei umgangen“, zitiert das türkische Nachrichtenportal TGRT einen Unternehmer und warnt. „Die USA sind bei dem Thema entschlossen. Es gibt viele Beschwerde an das Handelsministerium. An den europäischen Grenzen haben sich die Kontrollen verschärft. Wenn rauskommt, dass bei den Exporten aus der Türkei russische Unternehmen vorhanden sind, erwarten uns verschiedene Embargos“, so der Unternehmer, der nicht namentlich genannt werden will.

Türkei: Russen investieren vermehrt in Immobilien und Fabrikgelände

Auch der Vorstandsvorsitzende des türkischen Maklerunternehmens „Inhouse Global“, Fatih Ergüven, sieht im Gespräch mit dem Portal immer mehr Investitionen von russischen Unternehmern in der Türkei. „Sie kaufen vermehrt Lager und Fabrikgelände. Für Fabriken bevorzugen sie Istanbul, Izmit, Bursa Corlu und Tekirdag. Es gibt auch russische Unternehmen, die Hotels aufkaufen und in Tourismus investieren“, so Ergüven.

Türken: Türkische Unternehmen kaufen sich in Russland ein

Auf der anderen Seite kaufen türkische Unternehmen in Russland europäische Unternehmen auf. So habe laut TGRT der türkische Schuhhersteller FLO im vergangenen Mai mehr als 100 Läden des Sportartikelherstellers „Reebok“ aufgekauft. Nach Angaben der russischen Zeitung Iswestija wollten die türkischen Unternehmen İpekyol, Mudo, adL, LTB, und Twist ebenfalls Läden in Russland eröffnen. (Erkan Pehlivan)

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