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Putin-Vertrauter Patriarch: Russland eine „Insel der Freiheit“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Patriarch Kirill und Kreml-Chef Wladimir Putin
Patriarch Kirill ist ein Vertrauter von Kreml-Chef Wladimir Putin. (Archivbild) © Michael Klimentyev/dpa

Patriarch Kirill sieht Russland in einem Kampf gegen die Apokalypse. Die Äußerungen inmitten des Ukraine-Kriegs bringen dem Geistlichen in den sozialen Netzwerken Häme ein.

Moskau – Acht Monate nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs hat der kremltreue russische Patriarch Kirill Russland als eine „Insel der Freiheit“ bezeichnet. Im Jahrhundert der Globalisierung und der „Verwischung der Grenzen zwischen Gut und Böse“ sei es Russlands Mission, der Menschheit zu helfen, die Apokalypse abzuwenden, sagte das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche nach Angaben der Agentur Interfax am Dienstag (25. Oktober) in Moskau.

Fragen der ethischen Entscheidungen haben dem Kirchenführer zufolge heute in der Welt eine besondere Bedeutung. Sie bestimmten auch das Schicksal ganzer Länder und Völker. „Und solange unser Vaterland eine Insel der Freiheit sein wird, wird es auch für den Rest der Welt einen Hoffnungsschimmer geben, den Lauf der Geschichte zu ändern und das globale apokalyptische Ende abzuwenden (...).“

Russland: Patriarch wichtiger Unterstützer Putins

Patriarch Kirill gilt als einer der wichtigsten Unterstützer:innen des Kriegskurses von Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine. Ende August hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei einem Kirchenkongress in Karlsruhe der Führung der russisch-orthodoxen Kirche vorgeworfen, ihre Gläubigen auf einen glaubens-feindlichen Irrweg zu führen.

Vor rund einem Monat hatte der Putin-Vertraute russische Zwangsrekruten dazu aufgefordert, keine Angst davor zu haben, im Ukraine-Konflikt ums Leben zu kommen. „Seid mutig und erfüllt eure militärische Pflicht. Und denkt daran, wenn ihr euer Leben für euer Land gebt, kommt ihr in das Reich Gottes, zu seiner Herrlichkeit und seinem ewigen Leben“, sagte der Geistliche bei einer Predigt im Zachatyevsky-Kloster.

Äußerungen von Putin-Verbündetem sorgen für Häme

Kirill erklärte in seiner Rede damals, dass ein Mensch mit „wahrem Glauben“ keine Panik vor dem Sterben habe. Ein Soldat aus Russland sei nicht besiegbar, wenn er sich nicht um sein Ableben sorge und er sich mit der „Ewigkeit verbunden“ fühle. „Der Glaube macht einen Menschen sehr stark, weil er sein Bewusstsein vom Alltag, von den materiellen Sorgen, auf die Sorge um die Seele, um die Ewigkeit, verlagert“, sagte der 75-Jährige.

Die Aussagen des geistlichen Oberhaupts sorgten in sozialen Netzwerken für Fassungslosigkeit und hämische Kommentare. „Nehmt dem Alten endlich den Wodka weg“, schrieb ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer User des Kurznachrichtendienstes attestierte Kirill, „den Kontakt zur Realität“ verloren zu haben. (tvd/dpa)

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