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Bizarre Kriegspropaganda: Russlands Staatsfernsehen erinnert an „Hunger Games“

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Von: Nail Akkoyun

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Polizisten und Angehörige der „Rosgwardija“ (Nationalgarde) laufen am Silvesterabend über den Roten Platz.
Polizisten und Angehörige der „Rosgwardija“ (Nationalgarde) laufen am Silvesterabend über den Roten Platz. © Alexander Zemlianichenko/dpa/AP

Zwischen Tanzeinlagen verkündigt man an Silvester, dass Russland sich „vergrößere“. Es ist der bislang wohl groteskeste Ausschnitt aus dem russischen Staats-TV.

Moskau – Während russische Raketen zivile Ziele in der gesamten Ukraine treffen und täglich russische Soldaten im Krieg sterben, feierten russische Propagandisten voller Extravaganz ins neue Jahr. Gespickt waren die im Staatsfernsehen übertragenen Feierlichkeiten mit einer gehörigen Portion Nationalismus und bizarren Verschwörungsmythen.

So beschreibt der Moderator – ein älterer Herr mit Brille – seine Neujahrsansprache als „etwas ungewöhnlich“, da der Westen im vergangenen Jahr versucht habe, „Russland zu zerstören“. Doch man habe nicht bedacht, dass Russland in der Welt „die tragende Struktur ist“. Während des Monologs sitzt eine junge Frau neben dem Mann und kommt aus dem Dauergrinsen kaum heraus, im Hintergrund lauschen Männer in Militäruniformen und Paare in schicken Klamotten.

Extravagante Silvesterfeier im Staatsfernsehen: „Russland vergrößert sich“

Es sind Szenen, die an einen dystopischen Kinofilm erinnern. Die BBC-Journalistin Jemma Forte schreibt auf Twitter nicht umsonst von „Hunger-Game-Vibes“. Auf dem sozialen Netzwerk kursieren seit Montag (2. Januar) bereits mehrere Ausschnitte der Fernsehsendung. Auch die US-Journalistin Julia Davis hatte den grotesken Clip über ihren „Russian Media Monitor“ geteilt.

Bevor es mit Tanz- und Gesangseinlagen weiterging, betonte der Moderator noch lachend, dass Russland sich vergrößere – ob man es „mag oder nicht“. Mittendrin saß auch der russische Chef-Propagandist Wladimir Solowjow, der das Leben zuletzt als „überbewertet“ bezeichnete und dabei Krieg und Tod für Moskau glorifizierte.

Zu guter Letzt wurde sich am Silvesterabend über das ukrainische Lied „Chervona Ruta“ lustig gemacht. Das Stück wurde von dem ukrainischen Komponisten Wolodymyr Iwasjuk geschrieben, welcher im Jahr 1979 heutigen Erkenntnissen zufolge vom sowjetischen Geheimdienst ermordet wurde. (nak)

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