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Russlands Plan: Wehrfähiges Alter auf über 40 Jahre erhöhen

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Von: Julius Fastnacht

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Im Ukraine-Konflikt hat Russland tausende Soldaten verloren – um seine Truppen zu stärken, plant Moskau jetzt, das wehrfähige Alter auf über 40 zu erhöhen.

Moskau – Das russische Unterhaus Duma hat am Freitag (20. Mai) seine Bereitschaft signalisiert, das wehrfähige Alter im Land zu erhöhen. Durch den Schritt könnten auch Männer über 40 Jahre dem Militär beitreten, wie die britische Zeitung Independent berichtet. Seit Beginn der Invasion in der Ukraine am 24. Februar verzeichnet Russland große Verluste. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums verlor die Armee bislang über 15.000 Soldaten. Die Ukraine selbst vermeldete zuletzt sogar über 27.000 tote russische Streitkräfte.

Die Duma begründete die Entscheidung damit, dass Soldaten erst ab einem Alter von 40 bis 45 Jahren die notwendigen Fähigkeiten hätten, etwa Präzisionswaffen zu nutzen. Laut Independent liegt das wehrfähige Alter in Russland derzeit zwischen 18 und 40 Jahren.

Ukraine-Krieg: Russland braucht neue Rekruten

Soldaten der russischen Nationalgarde (Rosguardia) marschieren. Die russische Infanterie nimmt im Ukraine-Krieg herbe Verluste hin.
Soldaten der russischen Nationalgarde (Rosguardia) marschieren. Die russische Infanterie nimmt im Ukraine-Krieg herbe Verluste hin. © dpa/AP

Der Vorstoß sei dabei nicht das erste Mal, dass der Kreml versucht, den Rekrutenbestand zu erhöhen – schon Ende März zog Präsident Wladimir Putin über 130.000 Männer zwischen 18 und 27 Jahren ins Militär ein. Einige von ihnen sollen auch den Weg über die Grenze in die Ukraine gefunden haben. Um den Pool an Soldaten zu erweitern, hat sich Moskau dem Independent zufolge sogar dafür entschieden, syrische Söldner zu rekrutieren.

Für den ehemaligen US-General Ben Hodges deutet das auf Russlands Verzweiflung hin: „Es wird für den Kreml immer schwieriger, sein Versagen in der Ukraine zu verschleiern.“ Gemäß einem Experten des britischen Security-Think Tanks RUSI nehmen daher ausreichend hohe Infanterie-Zahlen eine wichtige Rolle bei der Invasion ein: „Russland muss die Personalstärke seiner militärischen Einheiten in der Ukraine stabilisieren und neue Einheiten aufstellen, wenn es seine Position vor Ort verbessern will.“ (juf)

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