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Russland offenbart drei Schwächen im Ukraine-Krieg

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Von: Moritz Serif

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Russland stellt den Einsatz von taktischen Bataillonsgruppen weitgehend ein. Es mangelt dem Kreml an fähigem Personal.

Moskau – Einem neuen Geheimdienstbericht des britischen Verteidigungsministeriums zufolge hat sich das russische Militär im vergangenen Jahrzehnt von einem wesentlichen Bestandteil seiner Militärdoktrin entfernt. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, hat Russland den Einsatz von taktischen Bataillonsgruppen (BTGs) „wahrscheinlich weitgehend eingestellt“. Dazu kommen viele Verluste im Ukraine-Krieg.

„Mehrere Schwächen des BTG-Konzepts haben sich in den hochintensiven, groß angelegten Gefechten des bisherigen Ukraine-Kriegs gezeigt“, heißt es im entsprechenden Bericht des Ministeriums. Laut Newsweek gibt es drei Schlüsselbereiche. Eine relativ kleine und unzureichende Zuteilung von Kampfinfanterie. Eine dezentralisierte Verteilung der Artillerie, die es Russland nicht ermöglicht hat, seinen Feuerwaffenvorteil voll auszunutzen. Außerdem seien nur wenige Kommandeure in der Lage gewesen, strategisch so zu planen, wie es das BTG-Modell vorsieht.

Dimitri Medewedew (links) ist ein enger Vertrauter von Wladimir Putin (Archivbild).
Dimitri Medewedew (links) und Wladimir Putin müssen Russlands Schwäche lösen (Archivfoto). © Alexander Zemlianichenko/dpa

Ukraine-Krieg: Russland hat weder Personal noch Fähigkeiten

„Die BTG war ideal für frühere Kämpfe zur Unterstützung separatistischer ethnisch-russischer Elemente in Donezk und Luhansk; groß angelegte Kämpfe erfordern jedoch groß angelegte Operationen mit kombinierten Waffen und Bataillone, die als Teil größerer Einheiten kämpfen“, berichtet dazu das Royal United Services Institute (RUSI). Das RUSI ist ein Think-Tank für Verteidigung und Sicherheit mit Sitz in Großbritannien.

Das russische Militär verfüge wahrscheinlich ohnehin nicht mehr über die entsprechenden Fähigkeiten und das Fachpersonal, um seine Bodentruppen in BTGs zu strukturieren. Eine Alternative zu minimierten BTGs könnte eine Änderung der Verteilung sein, fügte das Institut hinzu.

Ukraine-Krieg: Russlands Aggression untergräbt internationale Ordnung

BTGs umfassen in der Regel zwischen 700 und 900 Personen, darunter Logistik-, Scharfschützen- und Panzerabwehreinheiten usw. Sie können auch aus anderen Bereichen als der Bodenkriegsführung kommen, z. B. von der Marine oder aus der Nationalgarde.

„Es handelt sich nicht nur um ein Instrument der kombinierten Streitkräfteprojektion, sondern auch um ein Mittel zur Bewältigung der Ausbildungs- und Einsatzherausforderungen, die mit Russlands gestaffelter Bereitschaft und gemischter Besatzung einhergehen“, heißt es in dem Bericht weiter. (mse)

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