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Russland droht Norwegen mit „angemessener Antwort“ – Oslo zeigt sich unbeeindruckt

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Von: Nail Akkoyun

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Norwegen steht weiter hinter der Ukraine und will den Verteidigungsetat hochschrauben. Russland fühlt sich provoziert und droht mit einer „angemessenen Antwort“.

Moskau/Oslo – Seit Beginn des Ukraine-Kriegs scheint in Russland kaum ein Tag zu vergehen, an dem nicht einem weiteren, souveränen Staat gedroht wird. Dieses Mal im Fokus: Norwegen. Moskau stört sich daran, dass das Land derzeit über militärische Aufrüstung nachdenkt und – als Nato-Mitglied – die Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedsstaaten intensiviert.

„Oslo gehört jetzt zu den aktivsten Befürwortern des Nato-Engagements in der Arktis“, sagte Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Mittwoch (2. November) laut der russischen Staatsagentur Tass. „Wir betrachten solche Entwicklungen in der Nähe der russischen Grenzen als Oslos bewusste Verfolgung eines destruktiven Kurses in Richtung einer Eskalation der Spannungen in der euro-arktischen Region und der endgültigen Zerstörung der russisch-norwegischen Beziehungen.“

Sacharowa erklärte weiter, dass auf jede weitere „unfreundliche Aktion eine rechtzeitige und angemessene Antwort folgen wird“ – was Russland darunter versteht, bleibt abzuwarten. Bereits im Juni drohte Russland Norwegen mit „Vergeltungsmaßnahmen“.

Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa bei einem wöchentlichen Briefing. (Archivfoto)
Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa bei einem wöchentlichen Briefing. (Archivfoto) © Imago

Warnung aus Russland: Norwegen unterstützt die Ukraine seit Kriegsbeginn

Die russischen Beschwerden kommen nur einen Tag nachdem Norwegen seine Alarmstufe als Reaktion auf verdächtige Drohnensichtungen erhöht hat. Darüber hinaus wurden mehrere russische Personen, darunter der Sohn eines Vertrauten von Wladimir Putin, verhaftet und beschuldigt, Drohnen im norwegischen Luftraum geflogen und Fotos in Sperrgebieten gemacht zu haben. Indes soll auch der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr Støre dem norwegischen Rundfunksender NRK zufolge eine Warnung Richtung Moskau ausgesprochen haben.

Angesichts des Krieges in der Ukraine vor russischen Aggressionen auf der Hut sein, so Støre am Montag (31. Oktober). „Heute haben wir keinen Grund zu glauben, dass Russland Norwegen oder ein anderes Land direkt in den Krieg verwickeln will“, sagte Støre. „Aber der Krieg in der Ukraine macht es notwendig, dass alle Nato-Länder wachsamer sind.“

Seit Kriegsausbruch unterstützt Norwegen die Ukraine unter anderem mithilfe von Sanktionen und Lieferungen von Luftabwehrsystemen, Mistral-Raketen sowie Panzerabwehrraketen und Schutzausrüstung. Darüber hinaus überlegt man laut Norwegens Verteidigungsminister Bjørn Arild Gram, den Verteidigungshaushalt für das nächste Jahr um fast 10 Prozent zu erhöhen.

Rechtfertigungen im Ukraine-Krieg: Russland beschuldigt nach wie vor die Nato

Immer wieder versucht Moskau, angesichts angeblich provokativen Handlungen europäischer Länder und der Zusammenarbeit mit der Nato, andere Staaten mit verschiedenen Warnungen einzuschüchtern. Unter anderem behauptet der Kreml, dass das Interesse der Ukraine an einem Nato-Beitritt eine Bedrohung für Russland sei, weshalb eine „militärische Spezialoperation“ im Nachbarland erst nötig sei.

Die russischen Aggressionen gegen die Ukraine sowie Drohgebärden gegen andere Länder sei „die ernsteste sicherheitspolitische Situation, die wir seit mehreren Jahrzehnten erlebt haben“, sagte Ministerpräsident Støre. Es scheint jedenfalls unwahrscheinlich, dass man sich in Norwegen von den Worten aus Moskau beeindrucken lässt. (nak)

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