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Russland: Nordkoreanische Arbeitskräfte könnten zum Wiederaufbau des Donbass eingesetzt werden

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Von: Ares Abasi

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (li.) treibt die „schrittweise Wiederaufnahme“ des Handels mit Russland voran.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (li.) will möglicherweise Russland beim Wiederaufbau des Donbass helfen. © KCNA/rtr

Werden Nordkorea und Russland künftig zusammenarbeiten? Offenbar will Nordkorea beim Wiederaufbau des Donbass mithelfen.

Pjöngjang – Nach Angaben des russischen Botschafters in Nordkorea werde die Volksrepublik Arbeiter in zwei von Russland kontrollierte Gebiete in der Ostukraine entsenden. Das berichtet The Guardian. Das sei ein Schritt, der eine Herausforderung für die internationalen Sanktionen gegen das nordkoreanische Atomwaffenprogramm darstellen würde. Laut NK News, einer in Seoul ansässigen Website, sagte Botschafter Alexander Matsegora, nordkoreanische Arbeiter könnten beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Infrastruktur in den selbsternannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk helfen.

Matsegora sagte, es gebe trotz der UN-Sanktionen potenziell „viele Möglichkeiten“ für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Norden und den selbsternannten Volksrepubliken im ukrainischen Donbass-Gebiet. In einem Interview mit der russischen Zeitung Iswestija sagte er laut NK News, dass „hochqualifizierte und fleißige koreanische Bauarbeiter, die in der Lage sind, unter schwierigsten Bedingungen zu arbeiten, uns beim Wiederaufbau unserer sozialen, infrastrukturellen und industriellen Einrichtungen helfen könnten“.

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Seine Äußerungen kommen wenige Tage, nachdem Nordkorea als eines der wenigen Länder die beiden Gebiete anerkannt und die ukrainische Regierung beschuldigt hatte, Teil der „feindlichen“ Haltung Washingtons gegenüber Pjöngjang zu sein. Das nordkoreanische Außenministerium erklärte: „Die Ukraine hat kein Recht, unsere legitime Ausübung der Souveränität anzufechten, nachdem sie in der Vergangenheit durch ihre aktive Beteiligung an der ungerechten und illegalen feindlichen Politik der USA einen Akt begangen hat, dem es an Fairness und Gerechtigkeit zwischen den Nationen fehlt.“

Daraufhin brach die Ukraine wütend die diplomatischen Beziehungen zu Nordkorea ab und beschuldigte das Land, die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine zu untergraben. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba sagte, Russlands Appell an Nordkorea um Unterstützung zeige, dass Moskau „keine Verbündeten mehr in der Welt habe, außer den Ländern, die finanziell und politisch von ihm abhängig sind“.

Russland arbeitet mit Nordkorea zusammen: Nordkorea widersetzt sich UN-Sanktionen

Die Ukraine hatte ihre politischen und wirtschaftlichen Kontakte zu Nordkorea bereits im Rahmen der von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen ausgesetzt, mit denen Pjöngjang zum Abbau seines Atom- und Raketenprogramms gedrängt werden soll.

Nordkorea hat schon in der Vergangenheit dringend benötigte fremde Währung erhalten, indem es seine Bürger zum Arbeiten ins Ausland schickte. Im Rahmen der UN-Sanktionen hätten sie bis Ende 2019 zurückgeführt werden müssen, doch Berichten zufolge hat eine beträchtliche Anzahl nordkoreanischer Arbeiter auch nach Ablauf der Frist weiter in Russland und China sowie in Laos und Vietnam gearbeitet. (Ares Abasi)

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