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Nato und Russland: Neuer Konflikt mit Norwegen über arktische Inseln

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Von: Karolin Schäfer

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Ein Containerschiff im Hafen von St. Petersburg. Russland wirft Norwegen vor, den Frachtverkehr zu blockieren.
Ein Containerschiff im Hafen von St. Petersburg. Russland wirft Norwegen vor, den Frachtverkehr zu blockieren. © Stringer/dpa

Russland wirft Norwegen vor, den Transport russischer Waren auf die Inselgruppe Spitzbergen zu blockieren. Moskau droht mit „Vergeltungsmaßnahmen“.

Moskau – Der Ukraine-Konflikt ist eskaliert, die Fronten sind verhärtet – und das nicht nur zwischen der Ukraine und Russland. Der Kreml beschuldigte zuletzt Nato-Mitglied Norwegen, Sanktionen zu verhängen, die den russischen Warenverkehr blockieren würden.

Nach russischen Angaben waren die Güter für die von Russland bewohnten Siedlungen auf der arktischen Inselgruppe Spitzbergen vorgesehen. Für die Blockade kündigte Moskau nicht näher definierte „Vergeltungsmaßnahmen an“, sollte Oslo die Angelegenheit nicht klären.

Russland wirft Nato-Mitglied Norwegen Blockade von Waren vor

Die Inselgruppe Spitzbergen im Polarmeer gehört zwar zu Norwegen. Aufgrund eines 1920 unterzeichneten Vertrags hat Russland allerdings das Recht, die natürlichen Ressourcen der Inselgruppe zu nutzen. So werden einige Siedlungen in erster Linie von russischen Bürgerinnen und Bürger bewohnt. Besiedelt wurde Spitzbergen vor allem wegen seiner reichen Kohlevorkommen.

Spitzbergen (Inselgruppe)
Anzahl der Inselnüber 400
Gesamte Landfläche61.022 Quadratkilometer
Einwohner:innen2428

Auch wenn Norwegen nicht zur Europäischen Union (EU) gehört, setzt das skandinavische Land die EU-Sanktionen gegen Russland um. Wie die arabische Nachrichtenagentur Al Jazeera berichtete, würde Norwegen den Warentransport per Schiff nach Spitzbergen aber nicht beeinträchtigen. Allerdings muss ein Großteil der Fracht für die russischen Siedlungen einen Kontrollpunkt auf dem norwegischen Festland passieren, der aktuell für sanktionierte russische Güter gesperrt ist.

„Wir haben die norwegische Seite aufgefordert, das Problem so schnell wie möglich zu lösen“, betonte das russische Außenministerium am Mittwoch (29. Juni) in Moskau. „Wir haben darauf hingewiesen, dass unfreundliche Handlungen gegen Russland unweigerlich zu entsprechenden Vergeltungsmaßnahmen führen werden“, hieß es weiter.

Russland im Konflikt mit der Nato: Cyberangriffe auf Norwegen

Nach russischen Angaben hätten die norwegischen Beschränkungen die Arbeit des russischen Generalkonsulats sowie einer russischen Kohlebergbausiedlung beeinträchtigt. So sollen Transporte mit Lebensmittel und medizinischen Hilfsgütern für Spitzbergen an der Grenze steckengeblieben sein, erklärte das Ministerium.

Norwegische Behörden teilten am Mittwoch mit, dass offenbar russische Hacker einen Cyberangriff starteten und für mehrere Stunden öffentliche sowie private Websites lahmlegten. „Eine kriminelle pro-russische Gruppe scheint hinter den Attacken zu stecken“, erklärte die norwegische Sicherheitsbehörde NSM. Ein „nennenswerter Schaden“ sei dabei nicht verursacht worden, versicherte der norwegische Ministerpräsident Jonas Gahr.

Russland und die Nato: Konflikt droht auch mit Litauen

Auch in anderen Ländern gab es bereits Angriffe. „Wir haben zuletzt ähnliche Angriffe in anderen Ländern gesehen“, sagte NSM-Direktorin Sofie Nyström. So waren am Montag (27. Juni) staatliche und private Unternehmen in Litauen Ziel von Cyberangriffen geworden.

Seit Beginn des Ukraine-Kriegs wurde Russland mit EU-Sanktionen belegt, die unter anderem auch den Transit von Waren durch Europa einschränken. Zum Monatsanfang begann Litauen mit der Umsetzung der Restriktionen für einige Güter, die in die russische Region Kaliningrad an der Ostsee transportiert werden sollten. Moskau kündigte dahingehend ebenfalls „Vergeltungsmaßnahmen“ an. (kas)

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